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Die Geschichte des MSV
100 Jahre Meidericher SV Duisburg
Mannschaft der Saison 2001/2002

neue Hoffnungen - Tiefgang - dann auf Platz 4 - danach Gegurke - dann wenig Zuschauer - Eichkorn musste gehen - Littbarski kam - Diskussionen um neues Stadion - Geldhahn abgedreht? - Wieder Sorgen und Nöte - Zebras feiern ihr 100-jähriges Bestehen - Trainer- und Präsidentenwechsel - Enatz Dietz wieder zu Hause - Große 100-Jahr Feier mit Gala - 
Die neue Zebra-Arena wird gebaut 

 
Thomasz Bobel
Nach den letzten Aufschwüngen der Zebras mit Aufstiegseuphorie bei den Fans, nach fantastischer Erstürmung der Tabelle in Liga 2 in die Nähe eines Aufstiegsplatzes, ereignete sich unverständliches: Plötzlich hieß es 10 Spiele vor Ende der Saison, mit den Worten des Mannschaftskapitäns: " ...man könne mit dem Aufstieg eh nicht mehr rechnen." Ein Schlag ins Gesicht für alle Fans, die ihren MSV endlich kämpfen sehen wollten. Genügend Spielraum war zu dieser Zeit gewiss noch da. 10 Spiele würden schließlich im besten Fall 30 Punkte ausmachen. Was kam war schlichtweg armselig. In total überzogen defensiven Spielen, machte es nur noch wenig Spaß die Zebras im wahrsten Sinne des Wortes, über den Platz galoppieren zu sehen. Es fehlte an Attraktivität. Wo man nur hinsah, mangelte es. Die Folge: Die Zuschauer blieben zu Hause. Zuletzt waren es nur noch wenige 1000 der treuesten, die sich noch ins Wedaustadion wagten. Platz elf war deshalb die Quittung der Saison 2000/2001.
Einer jedoch hat in vielen Spielen besonderes geleistet und viele positiv überrascht. Torwart  Thomasz Bobel wurde von den Fans als bester Spieler der Saison gewählt. 
Was folgte, war die sofortige Beurlaubung von Trainer Seppo Eichkorn. Zu unattraktiv war seine Fußballschule. Seppo war immerhin mit Anrechnung seiner Co-Trainerzeit unter Friedhelm Funkel, über 7 Jahre erfolgreich beim MSV tätig. Ebenso entledigte man sich von Co-Trainer Joachim Hopp. Die Mitteilung für die Presse war nur Formsache. Joachim Hopp sei nicht mehr Co-Trainer der Profimannschaft, hieß es. Somit unterhält der MSV gleich 3 Trainergehälter, berücksichtigt man den Weggang der Trainer Wolfgang Frank, Seppo Eichkorn und des Neuen. Ein teueres und für einen kleinen Verein ungewöhnliches Unterfangen, nach Meinung vieler. Der MSV trennte sich ebenfalls von vielen der Lizenzspieler, deren Vertragslaufzeiten sich dem Ende neigten. Eine neue junge Mannschaft mit neuen Zielen und Visionen solle aufgebaut werden. 
Seppo Eichkorn


Derjenige, welcher die neuen Visionen des MSV in die Tat umsetzen könne, hieß zur freudigen Überraschung: Pierre Littbarski. Der noch quasi gestern bei Bayer Leverkusen unter Vertrag gestandene ehemalige Nationalspieler, unterschrieb bei den Zebras einen Jahresvertrag. "Litti", der zuletzt im Trainerstab von Bayer Leverkusen an der Seite von Berti Vogts arbeitete, löste bei vielen Fans große Hoffnungen aus. Er versprach eine attraktivere Spielweise der Zebras nach einem neuen System. Eine komplett neue Mannschaft mit jungen und siegeswilligen, hungrigen Spielern will  Litti aufbauen. Das worauf doch allzu lange schon viele warten, soll nun mit dem neuen Trainer in die Tat umgesetzt werden. Ein neuer Co-Trainer stand bei der Vorstellung von Littbarski noch nicht fest.
v.l.n.r. Detlef Pirsig, Pierre Littbarski und MSV-Präsident Helmut Sandrock


Hoffnung gab es vom geplanten Bau des neuen Wedaustadions. OB Bärbel Zieling machte den Stand der Dinge mit einem Satz deutlich: "Das neue Stadion ist zum Greifen nah." Das bedeutet: Der MSV will im Sommer 2001 mit dem Neubau einer reinen Fußball-Arena für 30.000 Zuschauer beginnen. 2003 kann das neue Stadion fertig sein. Die Planungen sind abgeschlossen. Was fehlt, ist Geld für das etwa 70 Millionen Mark teure Projekt. Zu beschaffen sind wohl etwa noch zwei Millionen Mark für den Eigenkapital-Anteil.
Diese Summe nannte MSV-Vorstand Dr. Carsten Müller  eine "reine Spekulation." Doch man darf hinzufügen, es handelt sich um eine sehr verlässliche Spekulation. Dieses Geld soll nun aus der Wirtschaft kommen. Insgesamt steckt der Zweitligist etwa 14 Millionen Mark an Eigenkapital in den Neubau. Eine Präsentation im VIP-Raum des alten Wedau-Stadions setzte das Startsignal für eine Werbekampagne. Direkt im Anschluss an das Pressegespräch stellte der MSV sein Projekt möglichen Geldgebern vor. Weitere Bilder der neuen Wedau gibt es hier.
Schlechte Neuigkeiten bezüglich des Stadionneubaus gab es dann erneut Mitte Juni 2001. Die Sparkasse will sich nicht an der Finanzierung zum Neubau des Wedaustadions beteiligen. Diese negative Antwort des Geldinstituts auf eine bittende MSV-Anfrage sorgte für reichlich Wirbel. Beim MSV herrschte seriöse Verwunderung, bei den Fans überwiegend ärgerliche Betroffenheit, bei der Sparkasse selbst hieß es, dass es niemals eine verbindliche Spenden-Zusage gegeben habe. MSV-Fans schlossen sich im Kollektiv zusammen, um bestehende Sparkassenkonten direkt zu kündigen. Niemand hatte Verständnis für diese Art von Entscheidung. Ein "Aus" des neuen Stadions würde auch ein "Aus" des Profifußballs bedeuten. Überdies hinaus verbunden mit einem riesigen Imageverlust von Duisburg und dies nicht nur in Deutschland. Darüber war man sich in den vielen Diskussionen einig.


Modell des neuen Wedaustadions


MSV-Vorstands-Elite beim Modell des neuen Wedaustadions

Bei der Sparkasse war zu erfahren, dass es keine Vorstands-Entscheidung gegen den MSV gegeben habe. Es habe lediglich eine Anfrage durch den MSV gegeben. Insider sprachen hinter vorgehaltener Hand davon, dass Vorstands-Chef Alfred Reifenberg nach dem Ärger um seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat des Zweitligisten beleidigt sei und es deshalb so gekommen sei. In Sparkassen-Verwaltungsratskreisen wurde spekuliert, dass eine Entscheidung für oder gegen das Stadion-Sponsoring sicherlich im gesamten Vorstand und nicht von dem Vorsitzenden allein gefasst worden sei. Möglicherweise sei das Risiko einfach zu hoch gewesen.

Die ersten neuen Spieler treffen an der Westender Strasse ein. Einer davon: Philipp Bönig, 21. Der Bayern-Amateur wechselt in die Zweite Liga zum MSV. Bönig wird offiziell Profi und seine Fähigkeiten den "Zebras" zur Verfügung stellen. Manager Detlef Pirsig: "Er wird links in der Viererkette spielen, denn der neue Trainer Pierre Littbarski ist heiß auf junge Leute."
 Neue Zeichen zur Aufbruchstimmung in Duisburg: Ein neuer Cheftrainer mit großem Namen, der taktisch auf die Moderne umstellt, dazu der avisierte Aufstieg in die Bundesliga, das könnte im kommenden Jahr ein toller 100. Geburtstag werden. Und deshalb hat sich der rund 20-fache Junioren-Nationalspieler für den Ruhrpott und nicht für Hannover 96 entschieden. Beim MSV ist Bönig fest auf der linken Seite der defensiven Viererkette eingeplant, zusammen mit Sebastian Backer (auch als Riesenhoffnungsträger für 2006 gehandelt) in der Zentrale. "Ja, das stimmt, die fußballerische Ausbildung bei den Bayern ist schon sensationell", sagt Bönig, dessen ein Jahr jüngerer Bruder Sebastian auch schon in sämtlichen Notizbüchern steht und sich zuletzt - ausgerechnet in Duisburg - bei einem DFB-Sichtungstag in den 60er-Kader für die kommende WM gespielt hat.
Neben Philipp Bönig wurden bereits Christoph Jacob von Wattenscheid 09, Sebastian Backer von Bayern München (A), Benjamin Köhler von Hertha BSC Berlin und Heimkehrer Andreas Voss vom Vfl Wolfsburg verpflichtet. Im Gespräch in dieser Zeit ist auch Piotr Reiss vom Erstligisten Hertha BSC Berlin, der schon mal leihweise eine halbe Saison für den MSV gespielt hatte.
Sensationelle Neuverpflichtung Richtung "Granate" gab es Ende Juni 2001. Peter Peschel (Urgestein vom VFL Bochum) hatte keine Vertragsverlängerung des VFL erhalten, bzw. nur zu sehr schlechten Konditionen. Die Fans des MSV schätzten sich glücklich ihn zum Kader dazuzählen zu dürfen.

Es folgt eine Bilanz der Zweitligaspielzeit 2001/02
Unsere Zebras erneut leider nur Mittelmaß

Die Saison ist beendet, der MSV belegt zum Schluss den 11. Tabellenplatz und steht damit im grauen Mittelfeld der zweiten Bundesliga. Eine Spielzeit, die der letzten sehr ähnlich war und die Fans nicht vom Hocker riss. Man muss aufpassen, dass der MSV sich nicht in der zweiten Liga festsetzt oder sich gar wie Fortuna Düsseldorf und Co. in die Niederungen begibt.

Die Saison begann mit dem Saisonziel Platz 1-6. Schnell wurde dem neuen Trainer Littbarski klar, dass das Management es versäumt hatte vernünftige Spieler zu verpflichten. 
Die Zebras legten einen katastrophalen Saisonstart hin und befanden sich mitten in ärgsten Abstiegsnöten. Litti beharrte auf seinem System und verpflichtete mit Brasas einen erfahrenen Torwart, mit Tweed einen international getesteten Abwehrchef und machte Eigengewächs Ebbers fit. 
Das Spiel der Zebras wurde fortan besser und der MSV kletterte in der Tabelle nach oben. Doch für ganz nach oben reichte es nicht mehr. Zum Schluss als es dann um nichts mehr ging spielte das Team charakterlos.

Positiv: Steven Tweed

Fazit der Saison ist, dass man sie getrost abhaken kann. Ohne eine konstante Mannschaftsleistung kann man nicht in vordere Tabellenregionen dringen. Dem Team fehlen Charaktere. Positiv heraus stellen sollte man in dieser Saison (von denen die gespielt haben) Kapitän Carsten Wolters (der von den Fans auch zum Spieler der Saison gewählt wurde), Steven Tweed, Pavel Drsek und Marius Ebbers. Als Flops kann man Gustav Policella, Marijan Kovacevic (währende der Saison gegangen), Peter Peschel und Benjamin Köhler einordnen.


Philipp Bönig


Peter Peschel bei der Vertragsunterzeichnung mit Detlef Pirsig

 


 Zick Zeyer: mit Frust


Hinter Gittern: Litti

 

Als wenn der Verein nicht Sorgen und Nöte genug hatte! Schon wieder kam hausgemachter Knatsch in der Führungsetage daher. Und gerade zu einem Zeitpunkt, wo das Wohl des MSV auf der Kippe stand. 

Es habe "haarsträubende Gerüchte und Halbwahrheiten" gegeben, die in die Stadt und damit auch zu den Sponsoren getragen würden, sagte Vorstands-Vorsitzender Helmut Sandrock, schockierende Gerüchte, die unter die Haut gegangen seien. Deshalb hat sich der Vorstand entschlossen, mit einem Brief an die Öffentlichkeit zu gehen. 
Im Fadenkreuz der internen Kritik stand wieder mal der Aufsichtsrat. Was war passiert? Es gab einen Brief an die Adresse des Vorstands, in dem sinngemäß gefordert wurde, der Vorstand solle sämtliche Zahlen zur finanziellen Lage auf den Tisch legen. 
Die aufgekommenen Gerüchte in Richtung Vorstand rankten sich um Misswirtschaft, sogar um Veruntreuung. 


MSV-Vorstand wurde vom AR
Misswirtschaft und
Veruntreuung vorgeworfen. 


neues Mitglied im 
Aufsichtsrat:
Walter Hellmich


Neuer MSV Präsident: 
Walter Hellmich
 

 

 

 

 



Interims Trainer:Dietz

 


Bernard Dietz mit Walter Hellmich

All diese Dinge taten dem MSV und seinem Ruf sicherlich nicht gut, insbesondere deshalb nicht, weil wieder mal Streitigkeiten in aller Öffentlichkeit ausgetragen wurden. Durch Personen die es anscheinend nicht ertragen konnten, dass nicht sie, sondern andere im Licht der Schlagzeilen standen.

Eine Kehrtwende dann zur JHV 2001:
 Der Bauunternehmer Walter Hellmich, unter dessen Mithilfe es möglich wurde, den Tennis Bundesligisten Blau-Weiss Dinslaken zum Deutschen Meister zu chauffieren, wurde in den Aufsichtsrat des MSV berufen. Hellmich betonte sogleich durch eine Rede vor den Mitgliedern, 
wie sehr er sich mit dem MSV seit vielen Jahren verbunden fühle.
Zudem zeigte Hellmich Perspektiven zu einer glorreichen Zukunft des Vereins auf.
Sollte sich damit auch das leidige Thema Aufsichtsrat endgültig erledigen? 
Die Rede Hellmichs gab berechtigte Hoffnung.

Anlässlich des 100. Geburtstages am 17. September 2002 gibt der MSV Duisburg im Mercator-Verlag einen großformatigen Bildband zur Vereinsgeschichte heraus.

Über 500 Fotos (zum Teil unveröffentlichte) lassen die Ereignisse seit den Anfängen lebendig werden. Viele Sonderkapitel behandeln Themen am Rande der Spiele. So wird mit der Vereinshistorie auch ein gutes Stück deutscher Fußballgeschichte wach gehalten: Wie entstand die Bundesliga? Wie wirkte sich der Bundesligaskandal aus? Wie viele Nationalspieler glänzten im Zebradress?

Die umfangreiche Chronik macht deutlich: Der MSV Duisburg ist mehr als ein Fußballverein. Er ist das Aushängeschild der Stadt Duisburg. Die Mannschaft auf dem grünen Rasen behauptet sich seit 50 Jahren in den höchsten deutschen Spielklassen. Viele tausend Fans zittern Woche für Woche mit den Zebras, leiden, wenn sie verlieren, sind glücklich, wenn der MSV als Sieger den Platz verlässt.


100 Jahre MSV Duisburg
-Das Buch zur Chronik- 

Manager: Pirsig

Im sportlichen Bereich sah es leider weiterhin ziemlich düster aus. Zudem kamen die immer wieder aufkeimenden Streitigkeiten von Cheftrainer Pierre Littbarski und dem Manager Detlef Pirsig. Sowohl der eine, welcher zu einer Zeit, wo es eigentlich von Nöten wäre sich um neue Spieler zu bemühen, sich auf einer Urlaubsinsel im Süden tummelte, als der andere, der es für wesentlich wichtiger hielt bei der WM in Süd Korea Fernsehübertragungen für das japanische Fernsehen abzuliefern. Und hinterher nichts anderes als meckern konnte.


Die Mannschaft der Saison 2002/2003, zu der Pierre Littbarski  noch einen Tabellenplatz in den oberen Regionen der 2. Liga angekündigt hatte, wollte einfach nicht in die Gänge kommen. Der MSV dümpelte gar in den Abstiegsregionen der 2. Liga und gab zu großer Sorge Anlass, dass wenn sich nicht bald etwas entscheidendes tue, der MSV in ein Fass ohne Boden fiel. Die Fortuna aus Düsseldorf hatte mit Ihrem mittlerweile Oberligadasein ein warnendes Beispiel abgegeben.

Das unausweichliche kam dann auch nur einige Wochen später: 
Walter Hellmich
löste Helmut Sandrock als Präsident des MSV ab und deckte finanzielle Ungereimtheiten und Misswirtschaft während der Sandrock-Ära auf, die den MSV schon fast an den Rand einer Insolvenz gebracht hatten.
Pierre Littbarski, der es eigentlich nie daran zweifeln lies, dass er zu keiner Zeit eine rechte Identifikation mit dem MSV hatte, provozierte schon quasi seit einiger Zeit seinen Rauswurf. Die Schuld an den schlechten Leistungen des Teams wurde stets bei anderen festgemacht. Er hat nicht die Spieler bekommen, welcher er haben wollte. Die Spieler säßen wie Messdiener in der Kabine. Es fehle dem MSV an "richtigen Kerlen". Die meisten wären mit 3 Mahlzeiten im Trainingslager am Tag schon zufrieden usw.. usw...

Dass Pierre Littbarski die Mannschaft seit nun schon fast anderthalb Jahren betreut und manches im Verlauf seiner Arbeit nur noch schlechter geworden ist, liest man an den Fakten ab. Die Tabelle lügt nämlich nicht. Platz elf als sehr mäßiges Resultat am Ende der vergangenen Saison, jetzt zwei Pünktchen von einem Abstiegsplatz entfernt - die Bilanz ist erschreckend. Erst hatte "Litti" Platz eins bis sechs ins Visier genommen, diesmal wollte er mit den Truppe "vorne mitspielen" - das kann er sich getrost abschminken.

Den Vogel allerdings schieß er bei der "eisernen" Union Berlin ab. Bevor die Zebras zu dem Auswärtsspiel in Berlin antraten, sagte Littbarski in einem Interview öffentlich: "Ich könnte mir sehr gut eine Zusammenarbeit bei Union Berlin vorstellen. Mit einem bekloppten Präsident und verrückten Fans muss sich doch was machen lassen." Diese Unloyalität gegenüber dem MSV war schon eine Unhöflichkeit ersten Grades. Die Folge: Walter Hellmich setzte den Litti mit den Worten vor die Tür: " Als Spieler war er ein ganz großer, als Trainer muss er jedoch noch viel lernen".

Es gab noch einen Gesprächstermin mit Pierre Littbarski, damit eine "vernünftige Lösung" (Walter Hellmich) gefunden wird, dann soll das Thema des beurlaubten Trainers (und des ebenfalls geschassten Assistenten Jaspert) als erledigt zu den Akten gelegt werden. Aber so einfach, wie sich das der Unternehmer vorstellt, ist das alles nicht. Natürlich muss er Nachfragen beantworten, und diese Aufgabe erledigt Hellmich eher ungehalten. Der Mann will die Vergangenheit ruhen lassen, will viel lieber vorausblicken, und das jetzt mit Bernard Dietz.


Beginning of the End ...

 

 

 

 

 


"Litti" muss gehen...

 
Durch tatkräftige eigene Energie, sowie eigene finanzielle Finanzspritzen durch Übernahme des Hauptsponsoren-Vertrages, und durch Unterstützung von renommierten Duisburger Wirtschafts- und Bankunternehmen gelang es Walter Hellmich  
den MSV weitest gehend wieder aus den Kakao zu ziehen.

Mit Walter Hellmich kam ein Mann der Taten auf den MSV zu 
und der zu großen Hoffnungen Anlass gab. 
Walter, der sich was traute..., fing an seinen Lebenstraum zu verwirklichen: 

Das neue Stadion...
 
Der vorübergehend neue Cheftrainer ist vom Profil her ein Mann seines Vertrauens, sagt Hellmich. Ausgestattet mit fachlicher Kompetenz und einwandfreiem Charakter, darüber hinaus solide, verlässlich und vertrauensvoll - solch einen Trainer wollen Hellmich und seine Mitstreiter ab sofort suchen. In aller Ruhe und ohne Nervosität. Das muss ja auch nicht sein, weil die Dinge bei Dietz bis auf Weiteres in guten Händen liegen. Bis der nächste Trainer kommt, der sich an der Mannschaft versucht, will "Enatz" hilfreich zur Seite stehen. 

Dann möchte er sich wieder um Amateure und talentierten Nachwuchs kümmern. Darin sieht er seine Aufgabe. "Bernard ist mit dem MSV verwandt, er hängt an diesem Verein, deshalb ist er genau die richtige Lösung", sagte Hellmich. Und der 72-fache Nationalspieler und Europameister von 1980 erwidert nett, dass er an die "Vision von Walter Hellmich" glaubt, einen neuen MSV zu bauen und zudem ein neues Stadion. Dabei möchte er helfen. 

Zwar verloren die Zebras das Pokalspiel gegen Hamburg, 
aber was danach in der Meisterschaft passierte, sucht seines gleichen.
Mit einer sagenhaften Serie unter "Enatz" rücken die Zebras von den Abstiegsrängen bis fast auf die Aufstiegsränge. Bernard Dietz glaubte im Gegensatz zu Littbarski an die Mannschaft und verlieh ihr Flügel.

Top-Stürmer Marius Ebbers brachte es in kürzester Zeit auf 11 Treffer und wird nun von Vereinen der 1. Liga umworben. Marius machte deutlich, dass die Zeit erstklassig zu spielen für ihn reif war. Ob nun mit dem MSV, oder ohne. 

Ehrenrunde

 Bis zum ausstehenden letzten Saisonspiel beim Tabellendritten FC Freiburg holten die Zebras unter Enatz nicht weniger als 15 Punkte in 5 gewonnenen Spielen und stellten damit den MSV - Serienrekord ein. Eine Euphorie ohne gleichen entstand mal wieder unter den Fans. 
Sogenannte Erfolgsfans, die dem MSV den Rücken gekehrt hatten, waren plötzlich wieder da und bildeten Schlangen vor den Kassenhäuschen. Die Geschichte des MSV hat jedoch immer wieder gelehrt, doch mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Zu oft gingen diese Euphorietänze und Lobgesänge völlig daneben. Alte MSVer wissen das. Vor 3-4 Wochen kämpfte man noch ums nackte Überleben in der 2. Bundesliga. Ist das schon wieder alles vergessen worden ?   


Positiv aufgefallen... Leider auch wieder den anderen Vereinen:  
Marius Ebbers

So äußerte sich auch ein gewisser Herr Funkel jetzt beim 1.FC Köln, dass es wohl niemanden aufzufallen scheint, dass in direkter Nachbarschaft ein so toller Stürmer sei. Er !!! (F. Funkel), der ihn (M.Ebbers)  zu MSV-Zeiten stets ablehnte und keine Chance gab .... 

Ralf Keidel u. Marius Ebbers jubeln.
Eine Serie von 5 gewonnenen Spielen
gab Anlass zur Euphorie

Wer hätte das gedacht ? ...
Lange mussten MSV-Fans auf solche Bilder (links) warten. Eine Serie von 5 gewonnenen Spielen
hatte man lange Zeit nicht mehr sehen und erleben dürfen.
Summa Summarum sollten die letzten Spiele jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch
viel Aufbauarbeit zu leisten sein würde, um Kontinuität zu erlangen. 
Das Tempo lies im nächsten Spiel bereits deutlich nach. Bei der Heimpartie
gegen den FC St. Pauli wurde zwar ein 1:0 Sieg eingefahren, aber die 3 Punkte waren fast schon ein glücklicher Sieg. Der FC St.Pauli hielt lange Zeit dagegen und das Spiel selbst
hatte nicht mehr die gleiche Klasse wie die vorangegangenen 4 Partien.
Unvorstellbar, wo die Zebras jetzt bereits hätten stehen können, wenn die Spiele gegen die vermeintlich schwächeren Gegner (Eintracht Braunschweig oder Wacker Burghausen) 
in der Hinrunde gewonnen worden wären. 
Und wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär ....

 Der "Neue" heißt  Norbert Meier und wird Bernard Dietz zur Winterpasue als Chefcoach ablösen. In Meier bekommt die MSV-Mannschaft einen jungen, ehrgeizigen und auf Bewährung hungrigen Coach, der in Gladbach schon mal die Rolle des Chefs ausfüllte und dabei auf offensive Spielweise setzte. Meier kann auf 292 Bundesligaspiele verweisen, in denen er 68 Tore erzielte. 16 Länderspiele stehen auf seinem Fußballer-Konto.

 

Es gab auch einen Neuverplichtung: Der MSV darf sich über ein neues "Zebra" freuen. Vasile Miriuta unterschrieb einen bis 2004 datierten Vertrag. Es wurden große Hoffnungen in Miruta gesetzt. Nach der Winterpause soll er schon als Zebra auflaufen dürfen.

 

Zum 100-jährigen Bestehen gab es eine Gala im Theater am Marientor.
(von Bernd Bemman)

DFB-Chef "MV" und die Stechmücke

Es war im Jahre 1902, als der MSV gegründet wurde. Zu dieser Zeit soll erforscht worden sein, dass die Stechmücke Malaria übertragen kann. Sagte Gerhard Mayer-Vorfelder Ob er das als Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unbedingt wissen muss, lassen wir mal dahin gestellt.

Aber der Mann wird recherchiert haben, sonst hätte er diese sensationelle Mitteilung unterlassen. Die Stechmücke jedenfalls huschte durch den Vortrag des renommierten Gastredners bei der großen MSV-Geburtstagsfeier im TaM.

Und sorgte mit munterem Flug dafür, dass sich die breite Schar der Gäste lustig unterhalten fühlte. "MV und die Stechmücke", ein gelungenes Referat des Ex-Politikers mit Hang zum Humor. Der Erste Mann des Fußball-Bundes, eine Schalker Abordnung mit Rudi Assauer an der Spitze, nicht einzeln auflistbare Politiker, Wirtschaftsbosse, Sportler, jedenfalls alles was Rang und Namen hat, aber auch einfach nur gute Freunde kamen bei einer gelungenen Jubiläumsfeier auf ihre Kosten.

Feuchte Augen

Bernard Dietz und seine Sieger vom Freitag hatten den Anstoß gegeben, dass beste Stimmung vorherrschte, Kabarettist Jörg Knör spielte launigen Doppelpass, Walter Hellmich lieferte mit seiner Ankündigung, das Stadion zu bauen, für die Steilvorlage, der Volltreffer war reine Formsache und der Jubel groß. Auch die älteren "Zebras" hatten feuchte Augen. Herbert Büssers, der "Bobbel" vergangener Tage, freute sich, weil es ja nun nach einer Zeit der sportlichen Dürre wirklich Zeit werde für eher positive Dinge, und Michael Bella, vierfacher Nationalspieler von einst, fügte an, im neuen Stadion werde er sich dann wohl öfter sehen lassen. Alfred Nijhuis erzählte, dass er den Trainer-A-Schein in Angriff nehme und dass er sich vorstellen könne, mal eine Jugendmannschaft zu betreuen. Vielleicht eine blau-weiße?

Wie viele Hände Bernard Dietz schütteln musste an einem für ihn anstrengenden Abend, hat er nicht gezählt. Es waren Hunderte. Bis tief in die Nacht wurde im TaM gefeiert. Der MSV steht noch vor einer ungewissen Zukunft. Für einige Stunden erschien sie in hellem Licht.

Im hellen Licht erschien auch das Wedaustadion beim letzten Heimspiel der Zebras vor der Winterpause 2002/2003. Tausende von Fans brachten Wunderkerzen mit und verabschiedeten Bernard Dietz als Interimstrainer, feierten Walter Hellmich und die großartige Mannschaft. Bei der Verlesung der einzelnen Spielervornamen riefen die Zuschauer jedes Mal im Chor den Namen "Hellmich"
Das neue Wedaustadion kann endlich kommen.


Der SC Freiburg gewann
das letzte Spiel der Hinserie mit 3:1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues MSV-Trainer Team: 
Norbert Meier und 
Heiko Scholz

Das letzte Spiel der Hinserie 2002/2003 konnte der MSV als Gast beim FC Freiburg zwar nicht mehr gewinnen, dennoch war die Punktausbeute unter Enatz ein Erfolg, der sich sehen lassen konnte. Der neue Coach Meier konnte nun mit etwas weniger Druck sein Trainer-Debut beim MSV starten.

 

 

Erschreckende Bilanz dann auf der JHV 2002
Die Fußball-Abteilung des MSV ist mit 2,7 Millionen Euro verschuldet. Dies kam bei der Jahreshauptversammlung 2002 zu Tage.

Allein in der vergangenen Saison erwirtschaftete der Zweitligist unter der Vereinsführung von Helmut Sandrock ein Minus von 4,2 Millionen Euro. Hellmich bilanzierte die Ära seines Vorgängers mehrfach und drastisch: "Die finanzielle Lage ist desaströs. Es waren Leute am Werk, die nicht wussten, wie es geht. Es sind Dinge vorgefallen, die ich nicht nachvollziehen kann." Der MSV, so Hellmich, habe kurz vor der Pleite gestanden, "und ohne die Sparkasse gäbe es überhaupt keinen MSV mehr." Der Verein habe auch im Umgang mit den Fans schwere Fehler gemacht und sich zu einem "seelenlosen Gebilde" entwickelt.
All das werde jetzt in harter Arbeit korrigiert. Hellmich: "Wir müssen vor allem sparen, aber unser Ziel bleibt die Rückkehr in die 1. Liga."

Fünf neue Aufsichtsratmitglieder wurden durch die Mitglieder gewählt: Gerd Breuer, Robert Philipps, Arno Brinkmann, Edgar Kaspers und Erich Scharrenbroich.

Unter den stehenden Ovationen der 210 Mitglieder wurde der ehemalige Nationalspieler und MSV-Profi Bernard Dietz zum Ehrenmitglied ernannt. 

Scholz neuer Co-Trainer

Der ehemalige Bundesligaspieler Heiko Scholz wurde neuer Co-Trainer. Der 36-Jährige unterschrieb einen Vertrag als Assistent des MSV-Cheftrainers Norbert Meier bis zum 30. Juni 2004.

 


Neuer Chefcoach:
Norbert Meier


Neuverpflichtung während der laufenden Saison:Vasile Miriuta


Walter Hellmich in der Wedau

 


Dresek, Dietz, Ebbers beim Feiern mit den Fans.


Wunderkerzen für Walter u. Bernard


ein neues MSV-Jahrhundert
hat begonnen.


 

 





 

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