100
Jahre Meidericher SV Duisburg
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| Mannschaft der Saison
2001/2002 |
neue Hoffnungen - Tiefgang - dann auf
Platz 4 - danach Gegurke - dann wenig Zuschauer - Eichkorn musste gehen -
Littbarski kam - Diskussionen um neues Stadion - Geldhahn abgedreht? -
Wieder Sorgen und Nöte - Zebras feiern
ihr
100-jähriges Bestehen - Trainer- und Präsidentenwechsel - Enatz Dietz
wieder zu Hause - Große 100-Jahr Feier mit Gala -
Die neue Zebra-Arena wird gebaut
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Thomasz Bobel |
Nach den letzten Aufschwüngen der
Zebras mit Aufstiegseuphorie bei den Fans, nach fantastischer Erstürmung
der Tabelle in Liga 2 in die Nähe eines Aufstiegsplatzes, ereignete sich
unverständliches: Plötzlich hieß es 10 Spiele vor Ende der Saison, mit
den Worten des Mannschaftskapitäns: " ...man könne mit dem Aufstieg eh nicht
mehr rechnen." Ein Schlag ins Gesicht für alle Fans, die ihren MSV
endlich kämpfen sehen wollten. Genügend Spielraum war zu dieser Zeit
gewiss noch da. 10
Spiele würden schließlich im besten Fall 30 Punkte ausmachen. Was kam
war schlichtweg armselig. In total überzogen defensiven Spielen, machte
es nur noch wenig Spaß die Zebras im wahrsten Sinne des Wortes, über den Platz galoppieren zu sehen.
Es fehlte an Attraktivität. Wo man nur hinsah, mangelte es. Die Folge: Die Zuschauer
blieben zu Hause. Zuletzt waren es nur noch wenige 1000 der treuesten, die sich
noch ins Wedaustadion wagten. Platz elf war deshalb die Quittung der Saison
2000/2001.
Einer jedoch hat in vielen Spielen besonderes geleistet und viele positiv
überrascht. Torwart Thomasz
Bobel wurde von den Fans als
bester Spieler der Saison gewählt.
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| Was
folgte, war die sofortige Beurlaubung von Trainer Seppo
Eichkorn. Zu
unattraktiv war seine Fußballschule. Seppo war immerhin mit
Anrechnung seiner Co-Trainerzeit unter Friedhelm Funkel, über 7 Jahre
erfolgreich beim MSV tätig. Ebenso entledigte man sich von Co-Trainer
Joachim Hopp. Die Mitteilung für die Presse war nur Formsache. Joachim Hopp sei nicht
mehr Co-Trainer der Profimannschaft, hieß es. Somit unterhält
der MSV gleich 3 Trainergehälter, berücksichtigt man den Weggang der
Trainer Wolfgang Frank, Seppo Eichkorn und des Neuen. Ein teueres und für
einen kleinen Verein ungewöhnliches Unterfangen, nach Meinung
vieler. Der MSV trennte sich ebenfalls von vielen der Lizenzspieler, deren
Vertragslaufzeiten sich dem Ende neigten. Eine neue junge Mannschaft mit
neuen Zielen und Visionen solle aufgebaut werden. |
Seppo Eichkorn
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| Derjenige,
welcher die neuen Visionen des MSV in die Tat umsetzen könne, hieß zur
freudigen Überraschung: Pierre
Littbarski. Der noch quasi
gestern bei Bayer Leverkusen unter Vertrag gestandene ehemalige
Nationalspieler, unterschrieb bei den Zebras einen Jahresvertrag.
"Litti", der zuletzt im Trainerstab von Bayer Leverkusen an der
Seite von Berti Vogts arbeitete, löste bei vielen Fans große Hoffnungen
aus. Er versprach eine attraktivere Spielweise der Zebras nach einem neuen
System. Eine komplett neue Mannschaft mit jungen und siegeswilligen,
hungrigen Spielern will Litti aufbauen. Das worauf doch allzu lange schon viele
warten, soll nun mit dem neuen Trainer in die Tat umgesetzt
werden. Ein neuer Co-Trainer stand bei der Vorstellung von Littbarski noch
nicht fest. |

v.l.n.r. Detlef Pirsig, Pierre Littbarski
und MSV-Präsident Helmut Sandrock
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Hoffnung
gab es vom geplanten Bau des neuen Wedaustadions. OB Bärbel
Zieling
machte den Stand der Dinge mit einem Satz deutlich: "Das neue
Stadion ist zum Greifen nah." Das bedeutet: Der MSV will im
Sommer 2001 mit dem Neubau einer reinen Fußball-Arena für 30.000
Zuschauer beginnen. 2003 kann das neue Stadion fertig sein. Die
Planungen sind abgeschlossen. Was fehlt, ist Geld für das etwa 70
Millionen Mark teure Projekt. Zu beschaffen sind wohl etwa noch
zwei Millionen Mark für den Eigenkapital-Anteil.
Diese Summe nannte MSV-Vorstand Dr.
Carsten Müller
eine "reine Spekulation." Doch man
darf hinzufügen, es handelt sich um eine sehr verlässliche
Spekulation. Dieses Geld soll nun aus der Wirtschaft kommen.
Insgesamt steckt der Zweitligist etwa 14 Millionen Mark an
Eigenkapital in den Neubau. Eine Präsentation im
VIP-Raum des alten Wedau-Stadions setzte das Startsignal für eine
Werbekampagne. Direkt im Anschluss an das Pressegespräch stellte
der MSV sein Projekt möglichen Geldgebern vor. Weitere Bilder der
neuen Wedau gibt es
hier.
Schlechte Neuigkeiten bezüglich des Stadionneubaus gab es
dann erneut Mitte Juni 2001. Die Sparkasse will sich nicht an der
Finanzierung zum Neubau des Wedaustadions beteiligen. Diese
negative Antwort des Geldinstituts auf eine bittende MSV-Anfrage
sorgte für reichlich Wirbel. Beim MSV herrschte seriöse
Verwunderung, bei den Fans überwiegend ärgerliche Betroffenheit,
bei der Sparkasse selbst hieß es, dass es niemals eine
verbindliche Spenden-Zusage gegeben habe. MSV-Fans schlossen sich
im Kollektiv zusammen, um bestehende Sparkassenkonten direkt zu
kündigen. Niemand hatte Verständnis für diese Art von
Entscheidung. Ein "Aus" des neuen Stadions würde auch
ein "Aus" des Profifußballs bedeuten. Überdies hinaus
verbunden mit einem riesigen Imageverlust von Duisburg und dies
nicht nur in Deutschland. Darüber war man sich in den vielen
Diskussionen einig.
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Modell des neuen Wedaustadions

MSV-Vorstands-Elite beim Modell des
neuen Wedaustadions
Bei der
Sparkasse war zu erfahren, dass es keine Vorstands-Entscheidung
gegen den MSV gegeben habe. Es habe lediglich eine Anfrage durch
den MSV gegeben. Insider sprachen hinter vorgehaltener Hand davon,
dass Vorstands-Chef Alfred
Reifenberg
nach dem Ärger um seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat des
Zweitligisten beleidigt sei und es deshalb so gekommen sei. In
Sparkassen-Verwaltungsratskreisen wurde spekuliert, dass eine
Entscheidung für oder gegen das Stadion-Sponsoring sicherlich im
gesamten Vorstand und nicht von dem Vorsitzenden allein gefasst
worden sei. Möglicherweise sei das Risiko einfach zu hoch
gewesen.
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Die
ersten neuen Spieler treffen an der Westender Strasse ein. Einer
davon: Philipp Bönig,
21. Der Bayern-Amateur wechselt in die Zweite Liga zum MSV. Bönig
wird offiziell Profi und seine Fähigkeiten den "Zebras"
zur Verfügung stellen. Manager Detlef
Pirsig: "Er wird links
in der Viererkette spielen, denn der neue Trainer Pierre Littbarski
ist heiß auf junge Leute."
Neue Zeichen zur Aufbruchstimmung in Duisburg: Ein neuer Cheftrainer mit großem
Namen, der taktisch auf die Moderne umstellt, dazu der avisierte
Aufstieg in die Bundesliga, das könnte im kommenden Jahr ein toller
100. Geburtstag werden. Und deshalb hat sich der rund 20-fache
Junioren-Nationalspieler für den Ruhrpott und nicht für Hannover
96 entschieden. Beim MSV ist Bönig fest auf der linken Seite der
defensiven Viererkette eingeplant, zusammen mit Sebastian Backer
(auch als Riesenhoffnungsträger für 2006 gehandelt) in der
Zentrale. "Ja, das stimmt, die fußballerische Ausbildung bei
den Bayern ist schon sensationell", sagt Bönig, dessen ein
Jahr jüngerer Bruder Sebastian auch schon in sämtlichen Notizbüchern
steht und sich zuletzt - ausgerechnet in Duisburg - bei einem
DFB-Sichtungstag in den 60er-Kader für die kommende WM gespielt
hat.
Neben Philipp Bönig wurden bereits Christoph
Jacob von Wattenscheid 09, Sebastian
Backer von Bayern München
(A), Benjamin Köhler von
Hertha BSC Berlin und Heimkehrer Andreas
Voss vom Vfl Wolfsburg
verpflichtet. Im Gespräch in dieser Zeit ist auch Piotr
Reiss vom Erstligisten
Hertha BSC Berlin, der schon mal leihweise eine halbe Saison für
den MSV gespielt hatte.
Sensationelle Neuverpflichtung Richtung "Granate" gab es
Ende Juni 2001. Peter Peschel
(Urgestein vom VFL Bochum) hatte keine Vertragsverlängerung des VFL
erhalten, bzw. nur zu sehr schlechten Konditionen. Die Fans des MSV
schätzten sich glücklich ihn zum Kader dazuzählen zu dürfen.
Es folgt eine Bilanz
der Zweitligaspielzeit 2001/02
Unsere Zebras erneut leider nur Mittelmaß
Die Saison ist beendet, der MSV belegt zum Schluss den 11.
Tabellenplatz und steht damit im grauen Mittelfeld der zweiten
Bundesliga. Eine Spielzeit, die der letzten sehr ähnlich war und die
Fans nicht vom Hocker riss. Man muss aufpassen, dass der MSV sich
nicht in der zweiten Liga festsetzt oder sich gar wie Fortuna Düsseldorf
und Co. in die Niederungen begibt.
Die Saison begann mit dem Saisonziel Platz 1-6. Schnell wurde dem
neuen Trainer Littbarski klar,
dass das Management es versäumt hatte vernünftige Spieler zu
verpflichten.
Die Zebras legten einen katastrophalen Saisonstart hin und befanden
sich mitten in ärgsten Abstiegsnöten. Litti beharrte auf seinem
System und verpflichtete mit Brasas
einen erfahrenen Torwart, mit
Tweed einen international getesteten Abwehrchef und machte Eigengewächs
Ebbers fit.
Das Spiel der Zebras wurde fortan besser und der MSV kletterte in der
Tabelle nach oben. Doch für ganz nach oben reichte es nicht mehr. Zum
Schluss als es dann um nichts mehr ging spielte das Team
charakterlos.

Positiv: Steven
Tweed
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Fazit der Saison ist, dass man sie getrost abhaken kann. Ohne eine
konstante Mannschaftsleistung kann man nicht in vordere
Tabellenregionen dringen. Dem Team fehlen Charaktere. Positiv heraus
stellen sollte man in dieser Saison (von denen die gespielt haben)
Kapitän Carsten Wolters
(der von den Fans auch zum Spieler der Saison gewählt wurde), Steven
Tweed, Pavel Drsek und Marius Ebbers.
Als Flops kann man Gustav
Policella, Marijan Kovacevic
(währende der Saison gegangen), Peter
Peschel und Benjamin
Köhler einordnen.
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Philipp Bönig

Peter Peschel bei der
Vertragsunterzeichnung mit Detlef Pirsig

Zick Zeyer: mit
Frust

Hinter Gittern: Litti
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Als wenn der Verein nicht Sorgen und Nöte genug hatte!
Schon wieder kam hausgemachter Knatsch in der Führungsetage daher. Und
gerade zu einem Zeitpunkt, wo das Wohl des MSV auf der Kippe stand.
Es habe "haarsträubende Gerüchte und Halbwahrheiten" gegeben, die in die Stadt und damit auch zu den Sponsoren getragen würden, sagte Vorstands-Vorsitzender Helmut Sandrock, schockierende Gerüchte, die unter die Haut gegangen seien. Deshalb hat sich der
Vorstand entschlossen, mit einem Brief an die Öffentlichkeit zu gehen.
Im Fadenkreuz der internen Kritik stand wieder mal der Aufsichtsrat. Was
war passiert? Es gab einen Brief an die Adresse des Vorstands, in dem sinngemäß gefordert
wurde, der Vorstand solle sämtliche Zahlen zur finanziellen Lage auf den Tisch legen.
Die aufgekommenen Gerüchte in Richtung Vorstand rankten sich um Misswirtschaft,
sogar um Veruntreuung. |

MSV-Vorstand
wurde vom AR
Misswirtschaft und
Veruntreuung vorgeworfen. |

neues Mitglied
im
Aufsichtsrat:
Walter Hellmich

Neuer MSV
Präsident:
Walter Hellmich
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Interims Trainer:Dietz

Bernard Dietz mit
Walter Hellmich
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All diese Dinge taten
dem MSV und seinem Ruf sicherlich nicht gut, insbesondere deshalb
nicht, weil wieder mal Streitigkeiten in aller Öffentlichkeit
ausgetragen wurden. Durch Personen die es anscheinend nicht ertragen
konnten, dass nicht sie, sondern andere im Licht der Schlagzeilen
standen.
Eine Kehrtwende dann zur JHV 2001:
Der Bauunternehmer Walter
Hellmich, unter dessen
Mithilfe es möglich wurde, den Tennis Bundesligisten Blau-Weiss
Dinslaken zum Deutschen Meister zu chauffieren, wurde in den
Aufsichtsrat des MSV berufen. Hellmich betonte sogleich durch
eine Rede vor den Mitgliedern,
wie sehr er sich mit dem MSV seit vielen Jahren verbunden fühle.
Zudem zeigte Hellmich Perspektiven zu einer glorreichen Zukunft des
Vereins auf.
Sollte sich damit auch das leidige Thema Aufsichtsrat endgültig
erledigen?
Die Rede Hellmichs gab berechtigte Hoffnung.
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Anlässlich des 100. Geburtstages am 17. September 2002 gibt der MSV Duisburg im Mercator-Verlag einen großformatigen Bildband zur Vereinsgeschichte
heraus.
Über 500 Fotos (zum Teil unveröffentlichte) lassen die Ereignisse seit den Anfängen lebendig werden. Viele Sonderkapitel behandeln Themen am Rande der Spiele. So wird mit der Vereinshistorie auch ein gutes Stück deutscher Fußballgeschichte wach gehalten: Wie entstand die Bundesliga? Wie wirkte sich der Bundesligaskandal aus? Wie viele Nationalspieler glänzten im Zebradress?
Die umfangreiche Chronik macht deutlich: Der MSV Duisburg ist mehr als ein Fußballverein. Er ist das Aushängeschild der Stadt Duisburg. Die Mannschaft auf dem grünen Rasen behauptet sich seit 50 Jahren in den höchsten deutschen Spielklassen. Viele tausend Fans zittern Woche für Woche mit den Zebras, leiden, wenn sie verlieren, sind glücklich, wenn der MSV als Sieger den Platz verlässt. |

100 Jahre MSV
Duisburg
-Das Buch zur Chronik- |

Manager: Pirsig |
Im sportlichen Bereich
sah es leider weiterhin ziemlich düster aus. Zudem kamen die immer
wieder
aufkeimenden Streitigkeiten von Cheftrainer Pierre
Littbarski und dem Manager
Detlef Pirsig. Sowohl der
eine, welcher zu einer Zeit, wo es eigentlich von Nöten wäre sich um
neue Spieler zu bemühen, sich auf einer Urlaubsinsel im Süden tummelte,
als der andere, der es für wesentlich wichtiger hielt bei der WM in
Süd Korea Fernsehübertragungen für das japanische Fernsehen
abzuliefern. Und hinterher nichts anderes als meckern konnte. |
Die Mannschaft der Saison 2002/2003,
zu der Pierre Littbarski
noch einen Tabellenplatz in den oberen Regionen der 2. Liga
angekündigt hatte, wollte einfach nicht in
die Gänge kommen. Der MSV dümpelte gar in den Abstiegsregionen der
2. Liga und gab zu großer Sorge Anlass, dass wenn sich nicht bald
etwas entscheidendes tue, der MSV in ein Fass ohne Boden fiel. Die
Fortuna aus Düsseldorf hatte mit Ihrem mittlerweile Oberligadasein
ein warnendes Beispiel abgegeben.
Das unausweichliche kam
dann auch nur einige Wochen später:
Walter
Hellmich löste Helmut
Sandrock als Präsident des
MSV ab und deckte finanzielle Ungereimtheiten und Misswirtschaft
während der Sandrock-Ära auf, die den MSV schon fast an den Rand
einer Insolvenz gebracht hatten.
Pierre Littbarski,
der es eigentlich nie daran zweifeln lies, dass er zu keiner Zeit
eine rechte Identifikation mit dem MSV hatte, provozierte schon quasi
seit einiger Zeit seinen Rauswurf. Die Schuld an den schlechten Leistungen des Teams
wurde stets bei anderen festgemacht. Er hat nicht die Spieler
bekommen, welcher er haben wollte. Die Spieler säßen wie Messdiener
in der Kabine. Es fehle dem MSV an "richtigen Kerlen". Die
meisten wären mit 3 Mahlzeiten im Trainingslager am Tag schon zufrieden usw.. usw...
Dass Pierre Littbarski die Mannschaft seit nun schon fast anderthalb Jahren betreut und manches im Verlauf seiner Arbeit nur noch schlechter geworden ist, liest man an den Fakten ab. Die Tabelle lügt nämlich nicht. Platz elf als sehr mäßiges Resultat am Ende der vergangenen Saison, jetzt zwei Pünktchen von einem
Abstiegsplatz entfernt - die Bilanz ist erschreckend. Erst hatte
"Litti" Platz eins bis sechs ins Visier genommen, diesmal wollte er mit den Truppe "vorne mitspielen" - das kann er sich getrost abschminken.
Den Vogel allerdings schieß er bei der "eisernen" Union
Berlin ab. Bevor die Zebras zu dem Auswärtsspiel in Berlin antraten,
sagte Littbarski
in einem Interview öffentlich: "Ich könnte mir sehr gut eine
Zusammenarbeit bei Union Berlin vorstellen. Mit einem bekloppten
Präsident und verrückten Fans muss sich doch was machen lassen."
Diese Unloyalität gegenüber dem MSV war schon eine Unhöflichkeit
ersten Grades. Die Folge: Walter
Hellmich setzte den Litti mit
den Worten vor die Tür: " Als Spieler war er ein ganz großer,
als Trainer muss er jedoch noch viel lernen".
Es gab noch einen Gesprächstermin mit Pierre Littbarski, damit eine "vernünftige Lösung" (Walter Hellmich) gefunden wird, dann soll das Thema des beurlaubten Trainers (und des ebenfalls geschassten Assistenten
Jaspert) als erledigt zu den Akten gelegt werden. Aber so einfach, wie sich das der Unternehmer vorstellt, ist das alles nicht. Natürlich muss er Nachfragen beantworten, und diese Aufgabe erledigt Hellmich eher ungehalten. Der Mann will die Vergangenheit ruhen lassen, will viel lieber vorausblicken, und das jetzt mit
Bernard Dietz.
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Beginning of the
End ...

"Litti" muss
gehen...
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Durch tatkräftige eigene Energie, sowie eigene finanzielle Finanzspritzen
durch Übernahme des Hauptsponsoren-Vertrages, und durch
Unterstützung von renommierten Duisburger Wirtschafts- und
Bankunternehmen gelang es Walter
Hellmich
den MSV weitest
gehend wieder aus den Kakao zu ziehen.
Mit Walter Hellmich
kam ein Mann der Taten auf den MSV zu
und der zu großen Hoffnungen
Anlass gab.
Walter, der sich was traute..., fing an seinen Lebenstraum zu
verwirklichen:
Das neue Stadion...
Der vorübergehend neue Cheftrainer ist vom Profil her ein Mann seines Vertrauens, sagt
Hellmich. Ausgestattet mit fachlicher Kompetenz und einwandfreiem Charakter, darüber hinaus solide, verlässlich und vertrauensvoll - solch einen Trainer wollen
Hellmich und seine Mitstreiter ab sofort suchen. In aller Ruhe und ohne Nervosität. Das muss ja auch nicht sein, weil die Dinge bei
Dietz bis auf Weiteres in guten Händen liegen. Bis der nächste Trainer kommt, der sich an der Mannschaft versucht, will
"Enatz" hilfreich zur Seite stehen.
Dann möchte er sich wieder um Amateure und talentierten Nachwuchs kümmern. Darin sieht er seine Aufgabe.
"Bernard ist mit dem MSV verwandt, er hängt an diesem Verein, deshalb ist er genau die richtige Lösung", sagte
Hellmich. Und der 72-fache Nationalspieler und Europameister von 1980 erwidert nett, dass er an die "Vision von
Walter Hellmich" glaubt, einen neuen MSV zu bauen und zudem ein neues Stadion. Dabei möchte er
helfen.
Zwar verloren die Zebras das Pokalspiel gegen Hamburg,
aber was danach in der Meisterschaft passierte, sucht seines gleichen.
Mit einer sagenhaften Serie unter "Enatz"
rücken die Zebras von den Abstiegsrängen bis fast auf die
Aufstiegsränge. Bernard Dietz glaubte im Gegensatz zu Littbarski
an
die Mannschaft und verlieh ihr Flügel.
Top-Stürmer Marius Ebbers brachte es in kürzester Zeit auf 11
Treffer und wird nun von Vereinen der 1. Liga umworben. Marius
machte deutlich, dass die Zeit erstklassig zu spielen für ihn
reif war. Ob nun mit dem MSV, oder ohne.

Ehrenrunde |
Bis
zum ausstehenden letzten Saisonspiel beim Tabellendritten
FC Freiburg holten die Zebras unter Enatz
nicht weniger als 15 Punkte in 5 gewonnenen Spielen und
stellten damit den MSV - Serienrekord ein. Eine Euphorie
ohne gleichen entstand mal wieder unter den Fans.
Sogenannte Erfolgsfans,
die dem MSV den Rücken gekehrt hatten, waren plötzlich
wieder da und bildeten Schlangen vor den Kassenhäuschen.
Die Geschichte des MSV hat jedoch immer wieder gelehrt,
doch mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Zu oft
gingen diese Euphorietänze und Lobgesänge völlig
daneben. Alte MSVer wissen das. Vor 3-4 Wochen kämpfte
man noch ums nackte Überleben in der 2. Bundesliga. Ist
das schon wieder alles vergessen worden
? |
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Positiv
aufgefallen... Leider auch wieder den anderen
Vereinen:
Marius Ebbers
So äußerte
sich auch ein gewisser Herr Funkel jetzt beim 1.FC
Köln, dass es wohl niemanden aufzufallen scheint, dass in
direkter Nachbarschaft ein so toller Stürmer sei. Er !!! (F.
Funkel), der ihn (M.Ebbers) zu MSV-Zeiten stets ablehnte
und keine Chance gab .... |
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Ralf Keidel u. Marius Ebbers jubeln.
Eine Serie von 5 gewonnenen Spielen
gab Anlass zur Euphorie |
Wer hätte das gedacht ? ...
Lange mussten MSV-Fans auf solche Bilder (links) warten. Eine Serie von 5 gewonnenen
Spielen
hatte man lange Zeit nicht mehr sehen und erleben dürfen.
Summa Summarum sollten die letzten Spiele jedoch nicht darüber
hinwegtäuschen, dass noch
viel Aufbauarbeit zu leisten sein würde, um Kontinuität zu erlangen.
Das Tempo lies im nächsten Spiel bereits deutlich nach. Bei der Heimpartie
gegen den FC St. Pauli wurde zwar ein 1:0 Sieg eingefahren, aber die 3 Punkte
waren fast schon ein glücklicher Sieg. Der FC St.Pauli hielt lange Zeit
dagegen und das Spiel selbst
hatte nicht mehr die gleiche Klasse wie die vorangegangenen 4 Partien.
Unvorstellbar, wo die Zebras jetzt bereits hätten stehen können, wenn die
Spiele gegen die vermeintlich schwächeren Gegner (Eintracht Braunschweig
oder Wacker Burghausen)
in der Hinrunde gewonnen
worden wären.
Und wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär ....
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Der
"Neue" heißt Norbert Meier und
wird Bernard Dietz zur Winterpasue als Chefcoach ablösen. In Meier bekommt die MSV-Mannschaft einen jungen,
ehrgeizigen und auf Bewährung hungrigen Coach, der in Gladbach schon
mal die Rolle des Chefs ausfüllte und dabei auf offensive Spielweise
setzte. Meier kann auf 292 Bundesligaspiele verweisen, in denen er 68
Tore erzielte. 16 Länderspiele stehen auf seinem Fußballer-Konto.
Es gab auch einen
Neuverplichtung: Der MSV darf sich über ein neues "Zebra"
freuen. Vasile Miriuta
unterschrieb einen bis 2004 datierten Vertrag. Es wurden große
Hoffnungen in Miruta gesetzt. Nach der Winterpause soll er schon als
Zebra auflaufen dürfen.
Zum
100-jährigen Bestehen gab es eine Gala im Theater am Marientor.
(von
Bernd Bemman)
DFB-Chef "MV" und
die Stechmücke
Es war im Jahre 1902, als der MSV gegründet wurde.
Zu dieser Zeit soll erforscht worden sein, dass die Stechmücke
Malaria übertragen kann. Sagte Gerhard
Mayer-Vorfelder Ob er das
als Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unbedingt wissen muss,
lassen wir mal dahin gestellt.
Aber der Mann wird
recherchiert haben, sonst hätte er diese sensationelle Mitteilung
unterlassen. Die Stechmücke jedenfalls huschte durch den Vortrag des
renommierten Gastredners bei der großen MSV-Geburtstagsfeier im TaM.
Und sorgte mit munterem
Flug dafür, dass sich die breite Schar der Gäste lustig unterhalten
fühlte. "MV und die Stechmücke", ein gelungenes Referat
des Ex-Politikers mit Hang zum Humor. Der Erste Mann des Fußball-Bundes,
eine Schalker Abordnung mit Rudi Assauer an der Spitze, nicht einzeln
auflistbare Politiker, Wirtschaftsbosse, Sportler, jedenfalls alles
was Rang und Namen hat, aber auch einfach nur gute Freunde kamen bei
einer gelungenen Jubiläumsfeier auf ihre Kosten.
Feuchte Augen
Bernard Dietz
und seine Sieger vom Freitag hatten den Anstoß gegeben, dass beste
Stimmung vorherrschte, Kabarettist Jörg
Knör spielte launigen
Doppelpass, Walter Hellmich lieferte
mit seiner Ankündigung, das Stadion zu bauen, für die Steilvorlage,
der Volltreffer war reine Formsache und der Jubel groß. Auch die älteren
"Zebras" hatten feuchte Augen. Herbert
Büssers, der "Bobbel"
vergangener Tage, freute sich, weil es ja nun nach einer Zeit der
sportlichen Dürre wirklich Zeit werde für eher positive Dinge, und Michael
Bella, vierfacher
Nationalspieler von einst, fügte an, im neuen Stadion werde er sich
dann wohl öfter sehen lassen. Alfred
Nijhuis erzählte, dass er
den Trainer-A-Schein in Angriff nehme und dass er sich vorstellen könne,
mal eine Jugendmannschaft zu betreuen. Vielleicht eine blau-weiße?
Wie viele Hände Bernard
Dietz schütteln musste an
einem für ihn anstrengenden Abend, hat er nicht gezählt. Es waren Hunderte. Bis tief in die Nacht wurde im TaM gefeiert. Der MSV steht
noch vor einer ungewissen Zukunft. Für einige Stunden erschien sie in
hellem Licht.
Im hellen Licht erschien auch das
Wedaustadion beim letzten Heimspiel der Zebras vor der Winterpause
2002/2003. Tausende von Fans brachten Wunderkerzen mit und
verabschiedeten Bernard Dietz als
Interimstrainer, feierten Walter
Hellmich und die großartige
Mannschaft. Bei der Verlesung
der einzelnen Spielervornamen riefen die Zuschauer jedes Mal im Chor
den Namen "Hellmich" .
Das neue Wedaustadion kann endlich kommen.

Der SC Freiburg gewann
das letzte Spiel der Hinserie mit 3:1
Neues MSV-Trainer
Team:
Norbert Meier und
Heiko Scholz
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Das letzte Spiel der Hinserie 2002/2003 konnte der MSV als Gast beim
FC Freiburg zwar nicht mehr gewinnen, dennoch war die Punktausbeute
unter Enatz ein Erfolg, der sich sehen lassen konnte. Der neue Coach Meier
konnte nun mit etwas weniger Druck sein Trainer-Debut beim MSV
starten.
Erschreckende
Bilanz dann auf der JHV 2002
Die Fußball-Abteilung des MSV ist mit 2,7 Millionen Euro
verschuldet. Dies kam bei der Jahreshauptversammlung 2002 zu
Tage.
Allein in der
vergangenen Saison erwirtschaftete der Zweitligist unter der
Vereinsführung von Helmut
Sandrock ein Minus von
4,2 Millionen Euro. Hellmich bilanzierte die Ära seines Vorgängers
mehrfach und drastisch: "Die finanzielle Lage ist desaströs.
Es waren Leute am Werk, die nicht wussten, wie es geht. Es sind
Dinge vorgefallen, die ich nicht nachvollziehen kann." Der
MSV, so Hellmich, habe kurz vor der Pleite gestanden, "und
ohne die Sparkasse gäbe es überhaupt keinen MSV mehr."
Der Verein habe auch im Umgang mit den Fans schwere Fehler
gemacht und sich zu einem "seelenlosen Gebilde"
entwickelt.
All das werde jetzt in harter Arbeit korrigiert. Hellmich:
"Wir müssen vor allem sparen, aber unser Ziel bleibt die
Rückkehr in die 1. Liga."
Fünf neue
Aufsichtsratmitglieder wurden durch die Mitglieder gewählt: Gerd
Breuer, Robert Philipps, Arno Brinkmann, Edgar Kaspers und Erich
Scharrenbroich.
Unter den
stehenden Ovationen der 210 Mitglieder wurde der ehemalige Nationalspieler
und MSV-Profi Bernard Dietz zum Ehrenmitglied ernannt.
Scholz
neuer Co-Trainer
Der ehemalige
Bundesligaspieler Heiko
Scholz wurde neuer
Co-Trainer. Der 36-Jährige unterschrieb einen Vertrag als
Assistent des MSV-Cheftrainers Norbert
Meier bis zum 30. Juni
2004.
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Neuer Chefcoach:
Norbert Meier

Neuverpflichtung während der laufenden Saison:Vasile
Miriuta

Walter Hellmich in
der Wedau

Dresek, Dietz, Ebbers beim
Feiern mit den Fans.

Wunderkerzen für Walter u.
Bernard

ein neues MSV-Jahrhundert
hat begonnen.
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