1971-1974 |
1975 - 1978 |
1979-1982  |
Mannschaft von 1975 |
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Im Verlauf dieser Saison
76/77 rückte die Knefler Truppe auf Rang vier vor, fiel dann wieder
zurück, geradezu glänzende Leistungen wechselten sich ab mit einigen
Enttäuschungen. So die 0:1 Niederlage in Saarbrücken, die einen
sprachlosen Otto Knefler hinterließ.
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Beim ersten Spiel nach der Winterpause, im Wedaustadion gegen den
Meister aus Gladbach, erlebten die 20.000 Zuschauer mal wieder ein
mitreißendes Spiel. Und es gab Schlagzeilen um die 90 Minuten. Was war
passiert ? Der Taktiker Knefler ließ Kapitän Pirsig (s. rechts), den eisenharten Vorstopper, auf der Bank.
Im DFB Pokalmatch zuvor gegen Hertha BSC hatten die Berliner
aufgezeigt, wie man einen Spieler wie Pirsig neutralisieren konnte - mit
zurückgezogener Spitze, die Bernd Gerssdorf hieß. Und weil Knefler wusste,
dass die Mönchengladbacher ähnlich operierten, reifte sein Entschluss,
einmal auf den Kapitän zu verzichten.
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Der 3:2 Sieg gab ihm Recht, und
Pirsig gehörte des Trainers Lob, weil er sich vorbildlich in den Dienst
der Mannschaft gestellt hatte. 5:1 Punkte aus den schweren Spielen gegen
Gladbach, Bayern und Hertha Berlin waren eine Erfolgsbilanz zu Beginn des
Jahres 1977, aber am Ende der Saison reichte es doch nur zum neunten
Tabellenplatz.
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MSV-Torhüter Dietmar Linders (s.
rechts)
Auf
diesem Foto erkennt man neben "Michelin" Linders auch sehr
schön die "Kletterbäume" über den Rängen in den
Kurven, wo derzeit öfters MSV-Fans anzutreffen waren, die keine
Karte mehr ergattern konnten. |

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Vor dem Beginn in die 15. Bundesligasaison
plagten den MSV gravierende Sorgen, wie man sie in ihrer Art noch nicht
gekannt hatte. Drei Wochen vor dem Start mit dem attraktiven Heimspiel
gegen Europapokalsieger Hamburger SV sah sich der Verein mit dem Problem
konfrontiert, ohne Trainer Otto Knefler auskommen zu müssen. Der damals
53-jährige Coach musste völlig überraschend erneut operiert werden,
nachdem er elf Tage zuvor bereits einen Eingriff wegen eines blutenden
Magengeschwürs über sich ergehen lassen musste. Lizenzspielerobmann Heinz
Neuhaus vertrat die Auffassung, für zwei Monate einen Übergangstrainer zu
verpflichten. Für diese Zeit fiel Knefler aus. Co-Trainer Rolf Schafstall,
gerade mit der Meidericher A-Jugend Deutscher Meister durch einen 2:1 Sieg
über den VFB Stuttgart geworden, hatte sich beim nordbadischen
Fußballverband verpflichtet, und dem neuen Assistenz Trainer Friedhelm
Wenzlaff wollte das MSV Präsidium noch nicht die Last der Verantwortung
aufbürden.
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Die Nationalspieler
des MSV von 1975 - 1978:
(s.
rechts)
v.l.n.r.:
Ronnie Worm, Werner Schneider,
Bernard Dietz, Rudi Seliger |
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Die Wahl fiel auf Herbert "Budde" Budenski, der ab
1. Aug.'77 Interimstrainer war und von Rolf Schafstall für 2 Wochen
eingearbeitet wurde. Ende September übernahm Otto Knefler wieder die
Kommandobrücke - zu früh, wie sich zeigen sollte. Beim knappen 4:3 Sieg
über den FC St. Pauli spürten die MSV Kicker gleich wieder die "eiserne"
Hand des Trainers: Theo Büker und Kurt Jara mussten vorzeitig unter die
Dusche. Knefler: "Der Theo denkt nur noch an den Bau seiner Tennishalle
und kann sich nicht mehr auf den Fußball konzentrieren." Aber Knefler
hielt, gesundheitlich angeschlagen nicht durch. Er musste sich wieder
krank melden. Mit dem 5:0 Erfolg über Saarbrücken hatte Assistent Wenzlaff
einen guten Einstand, aber der nächste Trainer stand gleichsam schon vor
der Tür.
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Es war Karl-Heinz Rühl (s.
rechts), der frühere Rechtsaußen der aus Saloniki kam. Und Rühl
hatte mit der Mannschaft Erfolg. Im letzten Saisonspiel zementierte Bernard
Dietz in der 74. Minute mit seinem Tor zum 1:0 Erfolg über
Schalke 04 die Teilnahme am attraktiven UEFA-Cup. Rühl konnte die Früchte
seiner Arbeit nicht ernten, für ihn wurde im Hinblick auf die UEFA-Cup
Saison Rolf Schafstall verpflichtet.
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In den Analen des MSV haben die Auftritte im auch damals schon lukrativen
UEFA-Cupwettbewerb naturgemäß einen besonderen Platz. Zweimal war eine
Duisburger Mannschaft auf der Bühne des internationalen Fußballs
vertreten, 1975 und drei Jahre später. Der erste Ausflug ins attraktive
UEFA-Cupgeschäft endete schnell und schon in der zweiten Runde, beim
zweiten ging es bis zum Halbfinale. Und das war der größte
Vereinserfolg.
Die Pokalniederlage im Endspiel '75 gegen die Frankfurter Eintracht hatte
- und das war schon vorher klar - für den Verlierer die erfreuliche
Konsequenz, am internationalen Wettbewerb teilnehmen zu können. Mit den
Inselgriechen von Enosis Neon Paralimnis wurde dem MSV ein Gegner für die
erste Runde zugelost, der nicht den Status erheben konnte, fußballerisch
auch nur annähernd ebenbürtig zu sein. Mit 7:1 und einem 3:2 im "Rückspiel"
im Oberhausener Niederrheinstadion - die Cyprioten hatten ihr Heimrecht für
eine Garantiesumme von 5.000,- DM abgetreten - wurde die zweite Runde
erreicht.
Das Züricher Los bestimmte den starken bulgarischen Vertreter Levski
Spartak Sofia zum Gegner. Vor 28.000 Zuschauern entwickelte sich im
Wedaustadion ein mitreißendes Spiel, das der MSV nach zweimaligen Rückständen
am Ende mit 3:2 für sich entscheiden konnte. Torhüter
Dietmar Linders hatte bei diesem Spiel nicht gerade seinen besten Tag.
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Die beiden Auswärtstore
der Bulgaren sollten sich beim Rückspiel im Nationalstadion der
Hauptstadt Sofia als entscheidend herausstellen. Bis neun Minuten
vor dem Ende der überaus hektischen Partie hieß es 1:1, das dem
MSV gereicht hätte, eine Runde weiterzukommen. Dann aber belastete
der dem Spiel nicht gewachsene maltesische Schiedsrichter Birguglio
die Duisburger Mannschaft mit einem zu Unrecht diktierten Freistoß
kurz vor der Strafraumgrenze, als Detlev
Pirsig vom Levski-Torjäger Jordanov von hinten in brutaler Art
gefoult wurde und der Schwarzkittel aus Malta unverständlicherweise
Freistoß für Sofia gab. Ein Handspiel von Bernard Dietz und ein
dann berechtigter Elfmeter waren die Folge. Sofia siegte 2:1, und
das zweite bulgarische Tor in der Schlussphase war aus Sicht des MSV
eins zuviel. Die mehr geschossenen Auswärtstreffer sprachen in der
Bilanz für Levski Spartak. Im Mannschaftsbus heulten die Duisburger
Spieler vor Wut - auf den Schiedsrichter war keiner von ihnen gut zu
sprechen.
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| Detlef
Pirsig und Werner Schneider (s. oben) |
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Drei Jahre später feierte
der MSV durch den sechsten Bundesligaplatz erneut den Einzug in den
UEFA-Cupwettbewerb. Die erste Hürde hieß Lech Posen, und sie war nicht
hoch genug für die Duisburger Mannschaft, die 5:0 im Wedaustadion und 5:2
in Polen siegte. Hoch über den Wolken plauderte der damalige Präsident
Paul Märzheuser mit den mitgereisten Duisburger Journalisten darüber, daß
das zu erwartende finanzielle Zubrot in neue Spieler investiert werden
sollte, was natürlich nicht eintraf.
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In der zweiten Runde
kam es zur deutsch-deutschen Begegnung mit dem FC Carl Zeiss Jena.
Im Ernst-Abbe-Stadion von Jena mußte der MSV anderthalb Stunden
zittern und sich vieler Angriffe der gegnerischen Mannschaft
erwehren, bis das torlose Unentschieden Bestand hatte. Beim Rückspiel
warteten die 27.000 Zuschauer im Wedaustadion 98 Minuten lang auf
ein Tor, das in einer rassigen Begegnung von Bernard Dietz dann
erzielt wurde und wie eine Erlösung war. Der Österreicher Kurt
Jara erhöht auf 2:0, Norbert Fruck schaffte das Endergebnis.
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| Rudi
Seliger und Kurt Jara (s. oben) |
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Im Achtelfinale ging es ins Elsaß.
Racing Straßburg mit Trainer Gilbert Gress lauerte auf eine Chance, gegen
die namenlosen Duisburger eine Runde weiterzukommen. Das 0:0 in Straßburg
eröffnete dem MSV eine gute Chance, die beim Rückspiel vor diesmal
22.000 Besuchern mit 4:0 glänzend genutzt wurde. Günter Weber (2),
Ronald Worm und Norbert Fruck erzielten die Tore.
Honved Budapest baute sich im Viertelfinale dann vor dem MSV auf. Trainer
Rolf Schafstall atmete nach 90 Minuten im berühmten Nepstadion auf, weil
seine Stürmer-Asse Roland
Worm (2) und Rudi
Seliger den 3:2 Sieg möglich machen. Das es im Rückspiel vor 25.000
Zuschauern im Wedaustadion nach der 1:2 Niederlage beim Gegentor von
Herbert Büssers eine sportliche Enttäuschung gab, wurde durch den Sprung
ins Halbfinale mehr als ausgeglichen. Die drei Treffer in Budapest hatten
den Ausschlag gegeben, diesmal zu Gunsten der Duisburger.
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Die mußten im
Semifinale im reinen Bundesligaduell mit Udo Latteks Mönchengladbacher
Borussia um den Einzug in die Endspiele kämpfen. Der MSV hatte zunächst
Heimrecht und führte vor 28.000 Fans zweimal durch Ronni Worm und
Norbert Fruck, der sich als UEFA-Cup Torschütze vom Dienst erwies.
Alan Simonsen, der kleine, große Däne und Lausen glichen für die
Elf vom Bökelberg aus. Beim Rückspiel in Mönchengladbach ließ
die Borussia beim 4:1 Sieg nichts mehr anbrennen. Ewald Lienen, in
Duisburg fußballerisch später seßhaft geworden und einer der
Garanten für den Bundesligawiederaufstieg
1991, besiegelte mit seinem Tor zum 4:1 die Niederlage des MSV.
Aber da Erreichen des Halbfinales war ein Riesenerfolg und fand in
der Duisburger Vereinsgeschichte einen gebührenden Platz. |

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Ewald
Lienen im Zebradress (s.oben) |
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1975 erlebte der MSV wieder eine
Pokalsaison voller Höhepunkte. Willibert Kremer führte das Team ins
Finale, das am 21. Juni im Niedersachsenstadion zu Hannover gegen
Eintracht Frankfurt stattfand.
In der ersten Runde hatte sich der MSV mit 3:1 beim Amateurligisten
Blumenthaler SV durchgesetzt, dann folgte die 3:2 Überraschung im Münchner
Olympiastadion gegen den gastgebenden FC Bayern mit einem damals überragenden
Werner Schneider als treibender Kraft. Die nächste Etappe hieß Altona
93, die mit 7:0 abgeschlossen wurde, im Bremer Weserstadion gegen den SV
Werder gab es einen 2:0 Sieg im Viertelfinale. Schließlich unterlag dir
Dortmunder Borussia im Semifinale im Wedaustadion mit 1:2 nach Verlängerung.
Das Hotel in Hannover, dem Endspielort, konnte gebucht werden.
Und es wurde zu einem Fußball-"Krimi", der bei Blitz, Donner
und Regen entschieden wurde. Ein Gewitter entlud sich über dem Stadion
der niedersächsischen Metropole, und just zu diesem Zeitpunkt erzielte
Karl- Heinz Körbel das entscheidende Tor zum 1:0 Sieg seiner Eintracht
gegen Dietmar
Linders im MSV-Tor. Beste Konterchancen der Duisburger verpufften, und
bei Bernd Lehmanns Kopfball gegen den Pfosten war Pech im Spiel.
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