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Die Geschichte des MSV

Sportlicher Aufbruch  und ABBRUCH .... Die Bagger sind da ! 
Zusammenfassung - Walter räumt auf - die Kommenden  - die Gehenden - Was ist verkehrt? - Was kommt?
- Endlich!! Bagger sind gekommen - Kompletter Umbruch mit 16 Neuen - MSV-Brasil - Auftaktsieg

Kompletter Umbruch zur Saison 2003/2004. Es wurden nicht weniger als 16 neue Spieler in den Kader berufen!


Team 2002/2003

Team 2003/2004

Josef Ivanovic
Die Rückrunde der Saison 2002/2003 entsprach leider nicht den Erwartungen, welche die Fans nach den Siegserien unter Bernard Dietz für die Rückrundenspiele erwarteten. Das Gegenteil war eher der Fall. So kam es dann auch, dass Walter Hellmich "Butter bei die Fische" machte. Als der Präsident des MSV vor kurzer Zeit erklärte, dass "wir in der nächsten Saison eine neue und gute Mannschaft haben werden", wollte das erst kaum jemand glauben. Weil "Walter" aber zu den Leuten gehört, welche ihre Ankündigungen entgegen anderen auch umsetzen, räumte er seinen Laden auf. Manager Detlef Pirsig wurde ausgehebelt,  die, die nie gewillt waren, mit anzupacken, mussten gehen. (Sei es auch durch vorläufige Vertragsauflösungen) 16 neue Leute wurden verpflichtet. Ein paar Talente sind dabei. In erster Linie kommen aber auch erstligaerprobte Akteure wie Dietmar Hirsch, Markus Kurth, Kai Oswald, Rob Maas oder der Zweitliga-Topsturm Miro Spizak und Josef Ivanovic. Sowie der "Kracher" Caca aus Brasilien. Vielversprechende Namen, welche den Zebras aus Duisburg neue attraktivere Spielweise bringen soll.
Walter und seine Zebras haben keine Zeit. Viel zu lange spielte der MSV im Zweitliga-Mittelmaß und enttäuschte seine Fans. So auch in der gerade beendeten Saison. Nur dürftig lief diese Saison an. Ein leichtes Hoch zur Winterpause:
Walter Hellmich konnte  MSV-Denkmal Bernard Dietz zum Interims-Comeback überreden. Bernard Dietz holte in sechs Spielen 15 Punkte und schaffte somit Euphorie und eine Ebene, dass sein Nachfolger Norbert Meier in der Rückrunde sorglos arbeiten konnte. Rein faktisch beendete der MSV die zweite Halbserie auf einem Abstiegsplatz. Dass der MSV trotz des Zwischenhochs aber nichts mit dem Aufstieg am Hut haben würde, war Insidern schon vorher klar. Meiers Auftrag war lediglich, die Saison zu Ende zu führen und hinter den Kulissen die Basis für einen Neuanfang zu legen.
Das machte Meier gemeinsam mit seinem Assistenten Heiko Scholz und Scout Dieter Mertens in akribischer Kleinstarbeit. Immer wieder war das Trio auf Sportplätzen zu sehen und sichtete, was das Zeug hielt. Potenzielle Neuzugänge wurden nur noch Hellmich vorgeschlagen, der Boss prüfte dann die charakterlichen Voraussetzungen und die finanziellen Ansprüche der Kandidaten. Es ist bemerkenswert, dass durch die Bank alle bisherigen Neuzugänge erklärten, dass die Gespräche mit Hellmich und Meier den Ausschlag zum Wechsel an die Wedau gegeben hätten. "Die haben sich um mich bemüht, wie kein anderer Verein", war regelmäßig zu hören.

Miroslaw Spizak

Rob Maas

Ante Sicenca
Weil die Öffentlichkeit aber erst die Gegenwart sieht und dann an die Zukunft denkt, musste sich Meier im Rückrunden-Verlauf viel Kritik anhören. Gerade mal drei Partien wurden als gelungen bewertet: Das 2:2 gegen Köln, der 2:0-Sieg über Karlsruhe und der 3:2-Erfolg am letzten Spieltag gegen Freiburg. Für Meier eine fatale Situation, denn der Coach hatte keine Handhabe. Der ihm zur Verfügung stehende Kader war schwach besetzt, die Reservisten übten nicht mehr so viel Druck aus, dass sie für die Startaufstellung in Frage gekommen wären; die Möglichkeiten waren schlichtweg limitiert. Immerhin sprangen noch glückliche 1:0-Siege gegen Lübeck und Braunschweig heraus, was den MSV vor dem erneuten Rückfall in die Abstiegszone bewahrte.
Im Mai verstummten aber auch die Kritiker. Zum einen, weil eben jede Menge Neue geholt wurden und "HMMS-Quintett" seine Ankündigungen umsetzte. Zum anderen, weil der MSV die Landesbürgschaft für den Stadionumbau erhielt und Hellmich bereits nach dem Freiburgspiel die Südkurve symbolisch einreißen konnte. In spätestens zwei Jahren soll die neue MSV-Arena fertig gestellt sein. "Wir geben jetzt Gas", lautet Hellmichs Lieblingssatz und Duisburg hat viel Spaß daran.
Von der zurückliegenden Saison redet in Duisburg jedenfalls keiner mehr. Die Jahre der Dürre sind abgehakt, der Aufstieg in die Bundesliga ist ein erklärtes Ziel. Wenn es 2004 nicht klappt, dann spätestens 2005. Die Euphorie ist vergleichsweise gigantisch, alle fiebern dem Start der nächsten Spielzeit entgegen. "Wir bleiben nicht auf halber Strecke stehen", sagt Hellmich. Unfertige Projekte kann der Bauunternehmer auch niemandem verkaufen. (von Roland Leroi)

Abdelazis Ahanfouf

Kai Oswald 

Rafael Kazior

Sven Beuckert

  Nasir El Kasmi
"Außer Dirk könnt ihr alle gehen". Die zwischenzeitlichen Ovationen der Fans waren Dirk Langerbein offiziell zwar ein wenig peinlich, gut getan haben sie aber doch. Der Torwart hatte es im zurückliegenden Jahr schließlich alles andere als leicht. Wurde erst Opfer von Littbarskis "Keeperspielerei", musste sich das Platz mit Tomasz Bobel teilen und wurde vom Ex-Coach öffentlich gedemütigt ("Dirk ist zufrieden, wenn er drei warme Mahlzeiten am Tag bekommt"). Dann setzte er sich - als "Litti" weg war - aber doch durch. Langerbein überzeugte mit Glanzreflexen, rettete manchen Punkt und avancierte sogar zum Publikumsliebling. Vielleicht mangels Alternative, denn in der Strafraum zeigt Langerbein weiterhin Defizite. Trotzdem erledigte er seinen Job ordentlich und war ein Garant dafür, dass der MSV nicht noch in den Tabellenkeller abrutschte.
Benjamin Kruse



Markus Kurth
Was die Ligenzugehörigkeit angeht, sind auch Marius Ebbers und Philipp Bönig aufgestiegen. Beide wechseln diesen Sommer zu Erstligisten. Ebbers zum 1. FC Köln, Bönig zum VfL Bochum. Das Duo verdiente sich seine künftigen Verträge durch gute Leistungen in der Vergangenheit. Die zurück liegende Rückrunde muss bei dieser Bewertung allerdings außen vor gelassen werden. Nachdem Ebbers und Bönig ihre neuen Verträge unterschrieben hatten, sank deren fußballerisches Niveau rapide ab. 
                                      
Wieder da ...   Alexander Bugera,                        Dietmar Hirsch                                                    und Peter Peschel
Sie kamen wieder zurück an ihre alte Wirkungsstätte. Didi Hirsch wurde Mannschaftskapitän der neuen Zebraelf. 
                           
Der Blick auf die Liste der Abgänge untermauert, dass es diese Saison jede Menge persönliche Absteiger gab. Freilich muss auch hier differenziert werden. Leute wie Hilmi Mihci oder Emerson Monteiro kamen nie über den Status Fehleinkauf hinaus. Wer nie aufgestiegen ist, kann auch nicht absteigen.
Deshalb wird diese Rubrik mit langjährigen Zebras gefüllt, die jetzt aufhören werden. Horst Steffen beispielsweise. Zählte fast zum Inventar, kam nach etlichen Verletzungen mit einer starken Motivation immer zurück. Das ist jetzt vorbei. Wäre er fit, hätte er längst verlängern können. Weil das nicht der Fall ist, kommt es wohl zur Trennung.
  
Oder Sercan Güvenisik. Der eigenwillige Türke träumte einst von einer glorreichen Zukunft. Seit 1999 spielt er für die Zebras, manche meinen immer schon, er leide an Selbstunterschätzung. Fakt ist, dass er als dribbelstarker Wirbler immer für Bewegung sorgte. Auf dem Platz und auch daneben. Aus seinen Möglichkeiten machte er aber viel zu wenig, hängen bleibt nur die Erinnerung an den "Chancentod". Zuletzt durfte er nicht mal auf die Reservebank. Der MSV löste den Vertrag mit Güvenisik mittlerweile frühzeitig auf, neuen Interessenten stehen nicht Schlange.

Zu nennen ist außerdem der "Spezialfall" Vasile Miriuta. Der Ungar kam in der Winterpause, hatte einen Ruf und galt im Trainingslager auf Mallorca als echte Verstärkung. Als es jedoch ernst wurde, vermisste man selbst seine zentimetergenauen Pässe. Menschlich gab es auch diverse Komplikationen, auch von ihm trennte sich der MSV mittlerweile. Zweifelsohne ein Fehlgriff, aber wer tief baggert, fördert halt nicht immer Gold.

Nicht zu vergessen "Zico" Zeyer, der bei den Fans einst sehr beliebte Mittelfeldregisseur.
Probleme? Unüberbrückbare Gefahrenherde? Walter Hellmich erweckt mit seinen Worten und Taten den Eindruck, dass es so was nicht gibt. Seit der Bauunternehmer beim MSV die Zügel führt, wurde ein satter Schuldenberg abgebaut, vermeintlich gute Neuzugänge geholt und das Stadionprojekt auf den Weg gebracht. Wo sollte es da Platz für Probleme geben?
Möglicherweise liegt gerade in dieser problemfreien Zone das Problem des MSV. Denn kein Neuaufbau geht völlig reibungslos vonstatten. Die Erwartungshaltung ist in Duisburg jetzt aber größer denn je. Und erwartet wird, dass der MSV in seinem neuen Stadion bitte schön Erstligaspiele anbietet. Vielleicht noch mehr, niemals aber weniger. Planbar ist das nicht, nur forciert werden kann der Weg dahin.
Es wird dauern, bis eine fast komplett neue Mannschaft funktioniert. Schon heute wird jedoch deutlich, dass Trainer Norbert Meier im Umfeld keine Lobby hat. Der Mann arbeitet zwar enorm für die Zebras und überredete die Neuzugänge in ellenlangen Gesprächen an die Wedau zu kommen. Die Masse will aber einen großen Namen, den Meier nicht hat. Schon Friedhelm Funkel wurde ehemals davon gejagt, weil ihm die Ausstrahlung fehlte. Jetzt gibt es wieder Anzeichen, den gleichen Fehler ein zweites Mal zu begehen. Hellmich tut gut daran, Meier vehement den Rücken zu stärken, weil dieser Mann - objektiv gesehen - wohl ein Glücksfall für die Zebras ist.
Wehe, der MSV legt aber einen Fehlstart hin oder leistet sich im Saisonverlauf einen Durchhänger. Hellmich und Meier dürfen keine Fehler machen, denn dann könnten sie ein Problem bekommen. Denn eitle Jäger des Präsidentenpostens und besserwisserische Suppenhühner, das zumindest hat die Vergangenheit gezeigt, lauern überall. 


Norbert Meier

Heiko Scholz

Caca


Dede

Wie geht's weiter?
Vieles spricht dafür, dass die Zukunft besser wird als die kurzfristige Vergangenheit. Viele werden sagen, dass dies nicht schwer sei, denn die Erfolglosigkeit, die der MSV in den letzten vier Jahren bot, sei einfach unerträglich gewesen. Manche vergessen, dass in jeder der vergangenen drei Spielzeiten nicht viel gefehlt hätte, um nach 2000 einen weiteren Abstieg hinnehmen zu müssen. Dann den in die Regionalliga. Hellmichs Vorgänger Helmut Sandrock und dessen windiger Crew wurde gerade noch rechtzeitig das Ruder entrissen. Diverse Zwischenspurts retteten die Zebras jeweils - nachdem den Fans vorher etwas von der Bundesliga vorgegaukelt wurde.
Nun wird wieder Hoffnung verbreitet, doch die Vorzeichen haben sich gewandelt. Früher versprachen Dilettanten wie eben Sandrock, der frühere Manager Detlef Pirsig und Freizeit-Trainer Pierre Littbarski das Blaue vom Himmel herunter. Jetzt erzählt mit Walter Hellmich der neue Boss nicht nur vom Neuanfang, er handelt auch dementsprechend. Schon der Stadionbau ist ein historischer Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Dazu wurde eine komplett neue Mannschaft vom Transfermarkt geholt. Neuzugänge wie Dietmar Hirsch, Rob Maas, Miro Spizak, Josef Ivanovic, Markus Kurth, Kai Oswald oder Benjamin Kruse ist "blind" ein Stammplatz und eine deutliche Verbesserung des Leistungsniveaus zuzutrauen. 

MSV-Brasil! 
Der brasilianischen Zauberer "Caca", Bruder des "Dede" aus Dortmund, sorgt mit seinen Fußballkünsten für Furore bei den Fans. So etwas hatten die gebeutelten MSV-Fans schon lange nicht mehr in ihren Reihen "tanzen" gesehen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Riesentalent den Meiderichern noch lange erhalten bleibt. 

Das alles sieht mehr als gut aus. Die Grundsteine, um die Stadioneinweihung tatsächlich in der 1. Liga zu bestreiten, sind gelegt. Für Duisburg ist das schon eine Menge.
Im Juli/August 2003 wurde etwas wahr, was in den vergangenen 20 Jahren schon niemand mehr glauben wollte:
Das neue Schmuckkästchen kommt wirklich! Und die Abrissarbeiten sind im vollen Gange.
 
Das Marathontor des Wedaustadions während des Abrisses


Der Rest der "Geraden"

 


Die alte Wedau bei Nacht

Abrissarbeiten gehen schnell voran

Die Gegengerade/Nordkurve sehen aus, wie nach einem Bombeneinschlag.

Als das Stadion am 18. und 19. August 1922 anlässlich der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften zum ersten Mal benutzt wurde, war es von seinem Endausbau noch weit entfernt. Erst am 25. Juli 1926 konnte die Anlage eingeweiht werden. Seitdem war das Stadion häufig Austragungsort großer Sportveranstaltungen. Leichtathleten, Handballer und Fußballer ermittelten hier ihre Meister oder trugen internationale Vergleichskämpfe aus. Heute rückt das Stadion regelmäßig durch den Fußball in den Blickpunkt der Sportöffentlichkeit.

Die Stadt ist durch den MSV Duisburg in der Kicker-Elite vertreten. Die Fußballer waren es auch, die die Stadtväter bei der Gründung der Fußballbundesliga im Jahre 1963 veranlassten, eine Tribüne zu bauen und eine Flutlichtanlage zu installieren. In seinem derzeitigen Ausbauzustand fasst das Stadion rund 31.000 Zuschauer, davon werden 10.000 Plätze auf der Haupt- und Vortribüne angeboten.

Zu den Europameisterschaften der Leichtathletik- Junioren im Jahre 1973 erhielt die Arena ihre erste Kunststoffbahn, die 1989 zur Universiade gegen eine neue ausgetauscht wurde. Die Universiade war auch Anlass für die bisher umfangreichsten Renovierungs- und Ausbauarbeiten im und um das Stadion. Neben der Laufbahn erhielt die Anlage eine neue Vortribüne, eine elektronische Anzeigetafel und ein Farbleitsystem, das den Zuschauern ermöglicht, problemlos ihre Plätze zu finden. Kurze Zeit vorher waren bereits die Stehplatzränge erneuert worden. Natürlich eignet sich die Infrastruktur auch für anders gelagerte Veranstaltungen. So finden regelmäßig Zirkus- und Kirmesveranstaltungen, Trödelmärkte oder Messen auf den Stadionparkplätzen statt. Auch Musikgrößen suchen sich den Sportpark-Wedau als Konzertfläche aus. 1992 spielte Herbert Grönemeyer , 1994 Meat Loaf und 1999 PUR im Wedau-Stadion vor stattlicher Kulisse.

Der MSV bezwang zum Auftakt der neuen Zweitliga-Saison 2003/2004 den VfB Lübeck mit 2:1 (0:0) und setzte dabei die über Wochen verbreitete Aufbruchstimmung auch gleich in Taten um. Jedenfalls, was das nackte Ergebnis angeht, denn in Halbzeit 1 erinnerten die neuen Zebras ziemlich stark an die Vorgänger.
Beim 1. Saisonspiel in der Gluthitze des Wedaustadions (37 Grad im Schatten) Und für das nächste Spiel gegen Unterhaching soll es noch heisser werden. Unterhaching z.Zt. übrigens trainiert von "alt" Zebra Trainer Wolfgang Frank

Abklatschen mit den Fans 
Endlich, mag sich der seit Jahren geprügelte Fan sagen... Hat dieses Gegurke aus den Vorjahren ein Ende? Die Zeichen dafür stehen jedenfalls dafür. Wenn man bedenkt, was sich alles seit der Amtszeit von Walter Hellmich beim MSV bewegt hat, mag sich der Autor dieser Historie nicht mehr so recht an bewegendere Zeiten erinnern. Wenn dazu noch von den Medien, die weiß Gott nicht immer geradezu MSV-positiv eingestellt waren, die Meidericher schon als Aufstiegsaspirant Nummer 1 gesehen werden, dann hat zumindest dies auch Premierencharakter.

to be continued ...

 

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