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Die Geschichte des MSV
Abstieg aus der Eliteliga
Bernard Dietz und Sepp Maier

Rudi Gutendorf, Hermann Eppenhoff, Gyula Lorant, Robert Gebhardt, Rudi Faßnacht für fast vier Jahre, Willibert Kremer als sein dreijähriger Assistent und Nachfolger, Otto Knefler, Rolf Schafstall, Heinz Höher, Friedhelm Wenzlaff bis hin zu Kuno Klötzer - das waren Trainer, die beim MSV mit unterschiedlichem Erfolg arbeiteten. Es gab bis zum Abstiegsjahr 1982 oft genug wahre Schlachten im Wedaustadion, vornehmlich gegen die Bayern, denen oft genug in der Wedau die "Lederhosen" ausgezogen wurden. Der spektakulärste Sieg fand am 5. November 1977 statt: 6:3 über die Bajuwaren - mit Bernhard Dietz als vierfachem Torschützen. Aber immer mehr machte sich da Image in der Öffentlichkeit breit, wonach der MSV zu einer "grauen Bundesligamaus" wurde. Das behielt er bis zu jenem Tiefpunkt im Mai '82, als im Leverkusener Haverlandstadion der Abstieg aus der Eliteliga besiegelt wurde.

Der 8. Mai '82 ist in den MSV Vereinsannalen als ein schwarz umrandetes Datum unterstrichen. An diesem Tag wurde die Bundesligazugehörigkeit nach 19 Jahren abgehakt. Es war eine Beerdigung der fußballerischen Erstklassigkeit. Hoffnungen auf eine gute Zukunft wurden gleichsam zu Grabe getragen. Eine Ära ging zu Ende. Ein Verein hatte für lange Jahre Fußballgeschichte geschrieben. Das langsame Sterben einer großen Tradition schmerzte. Das Duisburger Fußballvolk musste lange auf eine Auferstehung warten -fast neun Jahre.

Am jenen 8. Mai entschied sich das Schicksal des MSV. Im Leverkusener Haverlandstadion gab es die gegen die vor dem Spiel nur unwesentlich besser platzierte Bayer-Werksmannschaft eine 1:2 Niederlage, die den Anfang vom Ende bedeutete. Das Duisburger Team, immer wieder angetrieben vom überragenden Mittelfeldmotor Herbert Büssers, dominierte und kontrollierte das Spiel bis in die Schlussphase. Der blonde Büssers speiste bei den 8.000 mitgereisten Fans mit seinem Führungstor die Hoffnung auf eine Wende zum Positiven. Trainer Kuno Klötzer, den sie "Ritter" nannten, der aber als Nachfolger des zuvor entlassenen Friedhelm Wetzlaff kein "Retter" wurde, stand an der Außenlinie und feuerte seine Männer immer wieder an.

Das MSV Präsidium mit dem Vorsitzenden Dr. Gerhard Raab an der Spitze, alle Mitglieder des Wirtschaftsausschusses und Politprominenz aller Parteien, im Sonderbus angereist, drückten die Daumen auf sportlichen Erfolg. Dann patzte Guido Szesni (s. rechts) -1:1. Und sieben Minuten vor dem Ende machten die Leverkusener aus dem für sie bis dahin scheinbar aussichtslosen 0:1 noch einen 2:1 Erfolg, der für sie die Rettung bedeutete und er den Duisburger Gegner in den Abstieg trieb.

Guido Szensi


Noch vor dem Schicksalsspieljahr hatte sich das Präsidium in Grefrath zur Bestandsaufnahme in Klausur begeben. Da kamen nackte Zahlen auf den Tisch, die nicht nur einen gewissen Walter Schlenkenbrock, gerade neu in den Wirtschaftsrat gewählt, die Sorgenfalten auf die Stirn trieben. Über drei Millionen Mark - das war der aktuelle Schuldenstand. Und die Mitteilung des deutschen Fußballbundes, dem MSV werde die Lizenz für die folgende Saison nicht erteilt, passte so recht in das negative Licht dieser Tage im Frühling '82.

Der Mediziner Dr. Gerhard Raab, erst einige Wochen als Präsident im Amt, reagierte mit Gelassenheit. Das in Grefrath beschlossene Sparprogramm und ein zu erwartender Transfererlös von rund 2.5 Millionen Mark sollten für eine Lizenzerteilung ausreichen. Er behielt recht. Aber mit Kempe Sarborowsky, Gores und Szesni verließen vier Kicker den Verein, und das war noch nicht alles. Bernhard Dietz, der große Kämpfer, drängte nach einer Schalker Offerte auf Freigabe in Richtung Gelsenkirchen. Er bekam sie aufgrund seiner Verdienste um den MSV. 350.000,-DM lautete die Ablösesumme für einen wie Dietz, der in Duisburg die große Karriere bis hin zum Kapitän der Nationalmannschaft gemacht hatte. Für Schalke war das ein günstiger Preis, und immerhin hängte Dietz noch fünf Jährchen in Königsblau an, bevor er dann später im Mai 1988 sein Abschiedsspiel im Zebradress an der Wedau gab.

 
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