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Die Geschichte des MSV
Rückkehr zu den Amateuren
Mannschaft von Trainer Siegfried Melzig

Mit Melzig kam der falsche Mann ?

Der routinierte Torhüter Heinze (s. Foto unten), der Libero Bregmann (s. Foto unten), die Mittelfeldspieler Dubski und Büssers, die Stürmer Seliger und Wohlfarth - das waren die Korsettstangen, um die im ersten Jahr der zweiten Liga nach dem Bundesliga-Abstieg eine neue Mannschaft gezimmert werden sollte. Namen vom guten Klang. Was fehlte, war der richtige Zimmermann. Irgendwann später einmal räumte der amtierende Präsident Dr. Gerhard Raab ein, einen fatalen Fehlgriff getan zu haben. Er verpflichtete den Trainer Siegfried Melzig, einen Mann der zuvor schon (und später auch) überwiegend deswegen in die Schlagzeilen geraten war, weil er mal wieder vorzeitig seine Koffer packen musste. Melzig, im losen Gespräch durchaus redegewandt und von scheinbarer Persönlichkeit, hatte es verstanden den Mediziner bei seiner Vorstellung Sand in die Augen zu streuen. Raab suchte nicht den Rat von Fachleuten, er entschied sich für Melzig. Es kursierte das Gerücht, der Präsident und der Trainer hätten auf einem Bierdeckel einen "Vertrag" für ein halbes Jahr ausgehandelt.

Gerd Heintze Gerd 'der Flieger' Heintze Kees Bregmann Kees Bregmann


Melzig startete mit dem MSV-Team zu Beginn der ersten Duisburger Saison in der zweiten Liga mit einer Niederlagenserie, und schon bald stand fest, dass die erhoffte schnelle Rückkehr in die Eliteliga nicht geschafft werden könnte. Nur ein Mittelplatz war die sportliche Ausbeute, und das Saisonende erlebte Melzig schon nicht mehr mit. Vizepräsident Dr. Karl Preißler hatte zwischendurch einen kleinen Südamerikaner aus dem Ärmel gezogen, der stets ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen hatte und zu einem Sympathieträger wurde: Luis Zacarias. Der listige Peruaner bewies mit Erfolgen des Teams, was möglich gewesen wäre, und er sicherte sich mit einer positiven Abschlussbilanz die sportliche Verantwortung für die kommende Saison, die mit den beiden Relegationsspielen gegen Eintracht Frankfurt endeten.

Luis Zacarias war Vater von drei Mädchen, ein weiteres wurde geboren, als er an der Westender Straße der "Chef" war. "Und der Roland ist mein einziger Sohn", sagte der kleine Südamerikaner über seinen Lieblingsspieler. Von Roland Wohlfarth, später bei Bayern München über Jahre hinweg zu einem gestandenen Bundesliga-Torjäger gewachsen, war die Rede, und er schoss den MSV mit über 30 Treffern in die Ausscheidung gegen die in diesem Jahr sportlich kränkelnde Eintracht. Das Duisburger Team hatte den direkten Bundesliga-Aufstieg ausgerechnet in Schalke verpasst, als Dubski und Wohlfahrt schnell für eine 2:0-Führung gesorgt hatten, die Schalke aber noch in einen 4:2-Sieg umbiegen konnte. Ein Erfolg im Parkstadion hätte den MSV-Expreß in die Bundesliga fahren lassen. So blieb aber nur die Relegation gegen die Hessen, die sich im Wedaustadion leicht mit 5:0 durchsetzten und sich im Rückspiel im heimischen Waldstadion ein 1:1 erlauben durften.

Luis Zacarias blieb Traîner. Aber der Erfolg hatte ihn verlassen. Unter dem Strich der dritten Zweitligasaison stand schon das Abstiegsgespenst "Gewehr bei Fuß", aber es konnte noch einmal vertrieben werden, mit nur einem Punkt Vorsprung. Aber der Niedergang des Bundesligisten der ersten Stunde ins Amateurlager zeichnete sich bereits ab. Ein Jahr später war er vollzogen. Der Trainer Günter Preuß, der aus argen finanziellen Nöten heraus auch als sportlicher Leiter fungierte, dann Helmut Witte und Friedhelm Vos konnten ihn in dieser Reihenfolge nicht aufhalten.

Dass der MSV die vierte Saison nach dem Bundesliga-Abstieg überhaupt noch in Angriff nehmen konnte, war u.a. Dieter "Pitter" Danzberg zu verdanken. Der frühere Stopper hatte im Mai '85 mit Hilfe alter Kameraden wie Günter Preuß den "Fußball Hit" organisiert, als eine Traditionsmannschaft alter Nationalspieler mit Franz Beckenbauer und Wolfgang Overath an der Spitze im Wedaustadion zu einem Benefizspiel (s. rechts) antrat. Die Veranstaltung brachte über 250.000 Mark in die gähnend leere Vereinskasse, aber das war letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
 
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