1987-1990 |
1991 - 1995 |
1996-1999 |
Rückkehr
in die 1. Bundesliga
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Mannschaft der Saison 1990/91
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Mit dem 26jährigen Kölner
Abwehrspieler Andreas Gielchen und den um zwei Jahre jüngeren Freiburger
Mittelfeldkicker Nils Schlotterbeck erhielt MSV-Trainer Willibert Kremer
zwei von drei Wunschkandidaten für die neue Bundesligasaison nach
dem Aufstieg in die Eliteklasse. Der dritte Mann im Bunde aller
Trainerträume war Blau-Weiß-Torjäger Thomas Adler, aber der Berliner gab
Bayer Uerdingen den Vorzug. Dafür schlug der MSV-Vorstand zu, als es galt
den Schalker Angreifer Wladimir Ljuty zu verpflichten, der auf Leihbasis
zunächst für ein Jahr zum MSV kam und von dem Willibert Kremer als
"wichtige Alternative für die nahe Zukunft" sprach. Der vierfache
Sowjetische Nationalspieler mit WM-Erfahrung wollte unbedingt im Westen
bleiben, weil seine Kinder in Gelsenkirchen eingeschult wurden, und: "Ich
wollte gern zum MSV." Damit war die Suche nach einem geeigneten Stürmer
beendet. Der Hannoveraner Jochen Heisig hatte zuvor eine Absage erteilt.
Begründung von Präsident Dieter Fischdick: "Er war auf der Wunschliste
unserer Trainer hinter Adler nur die Nummer zwei, und wir sind nicht für
Ersatzlösungen." Andere Namen von Kandidaten wurden mit der Verpflichtung
Ljutys schnell gestrichen.
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| Erster Neuling im Duisburger Kader war der 25jährige Abwehrspieler
Alfred Nijhuis (s. rechts) vom ASC
Schöppingen, ein Mann für die Defensive, den Bernard Dietz als
Schöppinger Trainer wärmstens empfohlen hatte. Der frühere
MSV-Nationalspieler: "Der Alfred kann seinen Weg machen, er bringt viel
Veranlagung und gute sportliche Einstellung mit." Von vornherein war für
die personellen Planungen im Hinblick auf die neue Saison klar, dass die
Mannschaft in jedem Mannschaftsteil eine Verstärkung erfahren sollte, nur
Torhüter Heribert Macherey und sein Stellvertreter Ralf Kellermann waren
davon ausgeklammert. |
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Dass sich Kellermann einer
Knieoperation unterziehen musste, zu Saisonbeginn nicht zur Verfügung
stand, und deshalb der Osnabrücker Wolfgang Kellner kurzfristig
verpflichtet wurde, hat also einen besonderen Hintergrund.
Andreas
Gielchen galt als vielfach verwendbarer Spieler im defensiven Bereich, der
als Libero, Manndecker und im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden
konnte. Kremer: "Er passt genau in unsere Mannschaft, vor allem auch
menschlich." Als der Ex-Freiburger Nils Schlotterbeck der Duisburger
Presse vorgestellt wurde, konnte Gielchen noch nicht mit von der Partie
sein, weil er zum gleichen Zeitpunkt Training hatte. Immerhin blickte
Fußball- Deutschland am Ende der Saison 90/91 noch einmal
gebannt nach Köln, wo die Meisterschaft mit dem Gastspiel des neuen
Meisters aus Kaiserslautern entschieden wurde. Anschließend stand der
Kölner am 22. Juni noch im Pokalfinale in Berlin gegen Werder Bremen,
bekam gute Kritiken, konnte aber auch nicht die Elfmeter-Niederlage
verhindern.
Für Nils Schlotterbeck sprach, dass der gebürtige
Schwabe als offensiver Mittelfeldspieler 16 Treffer erzielte und damit
hinreichend unter Beweis stellte, dass er torgefährlich ist. Der 24jährige
spielte früher bei den Stuttgarter Kickers und war als C- und
B-Jugendlicher beim VFB Stuttgart zu Hause. Bevor sein Wechsel zum MSV
Wirklichkeit wurde, war Schlotterbeck noch bei Bayer Leverkusen im
Gespräch, auch Fortuna Düsseldorf schien Interesse zu haben. Aber der
neuer Bayer Trainer Reinhard Saftig entschied sich gegen Schlotterbeck. So
war der Weg zum MSV frei. Der Kicker stellte während seiner ersten
Pressekonferenz in Duisburg fest: "Ich glaube, der MSV besitzt eine gute
Mannschaft, in der auch ich mich sportlich entwickeln kann." Nach der
Verpflichtung der neuen Spieler erklärte Trainer Willibert Kremer: "Die
Mannschaft wird erheblich verstärkt in die Bundesliga gehen. Und ich bin
zuversichtlich, dass sie sich dort beachtlich schlagen kann." Das erste
Jahr im Oberhaus sei zwar besonders schwer, aber: "Uns muss vor der
Zukunft nicht bange sein." Sein Tipp: "Wir spielen von Platz zehn bis 14
mit."
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Bundesliga-Saison 1991/1992: Oben v. li. : Wladimir Lyuty,
Michael Tarnat, Alfred Nijhuis, Joachim Hopp, Niels Schlotterbeck, Lothar
Wölk, Kai Wellmann, Ewald Lienen, Raschid Azouzzi. Mitte v. li. : Cotrainer Gerd Merkheim, Woijetk
Kaluzny, Michael Tönnies, Patrick Notthoff, Toni Puszamszies, Michael
Struckmann, Andreas Gielchen, Uwe Kober, Manfred Tebeck, Dirk Bremser, Dr.
Igor Hagenbeck, Trainer Willibert Kremer. Unten v. li. : Zeugwarte Gerd Kasten und Werner Ricken, Jörg
Beyel, Gyula Hajszan, Ralf Kellermann, Achim Puszamszies, Heribert
Macherey, Massimo Marotti, Franz-Josef Steininger, Frenec Schmidt, Masseur Heinz Hinkelmann.
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Was sich im Vorfeld der ersten
Bundesligasaison seit 1982 rund um den MSV abspielte, hatte geradezu
sensationellen Charakter. Die Fans stürmten gewissermaßen die
Geschäftsstelle, auf der die Angestellten harte Arbeit fast rund um die
Uhr leisten mussten. Das Reizwort hieß Saisondauerkarte. Als dir
Duisburger Tageszeitungen von der Eröffnung des Verkaufs von
Jahresstickets berichteten, bildeten sich gleich am ersten Tag lange
Schlangen an der Westender Straße. Es gab einen wahren Run auf die
offenbar so heiß begehrten Karten. Bis in die Abendstunden wurden sie
täglich verkauft, und unter dem Strich der Aktion stand ein neuer
sensationeller Vereinsrekord. Nicht ohne Stolz verkündete Dieter Fischdick
die neue Bestmarke: "Wir haben über 3500 verkauft." Zu Bundesligazeiten
war der MSV auf 1476 als bestes Ergebnis gekommen.
Aber damit
nicht genug. Als der MSV sein erstes Spiel gegen den VFB Stuttgart
bestritten hatte und im Anschluss daran noch einmal den Verkauf von
Dauerkarten anbot, überschlugen sich die erfreulichen Ereignisse erneut.
Im neuen Fan-Shop gingen abermals die Tickets pausenlos über den Tresen,
und die Kasse klingelte wieder. Über 4000 waren es unter dem Strich dieser
Aktion, und Dieter Fischdick resümierte: "2000 waren für mich erst einmal
ein großes Ziel, jetzt hat sich meine Erwartung mehr als erfüllt,
unglaublich."
Die Mannschaft hatte sich unterdessen mit viel Fleiß
und Einsatzbereitschaft auf die Saison vorbereitet, die am 2. August, an
einem Freitag Abend, im Wedaustadion gegen den starken VFB Stuttgart
beginnen sollte.
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Der MSV erwartete an jenem 2. August, der zu einem
denkwürdigen Datum wurde, die Stuttgarter zum ersten Bundesligaspiel nach
neun Jahren. Die Stimmung im Stadion hätte besser kaum sein können. Über
25.000 Fans waren zur Premiere gekommen, und als Schiedsrichter
Wolf-Dieter Wiesel exakt um 19:32 Uhr den ersten Pfiff ertönen ließ, war
die neue Duisburger Bundesligazeitrechnung angebrochen.
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Es war ein buntes Bild im
Stadion. Die vielen Fans, oft in Weiß und Blau gekleidet, bildeten einen
farbenfrohen Rahmen. Die Erwartung war riesig. Die große Anhängerschaft
übte schon vor dem Spiel die Schlachtgesänge, und das Lied, wonach sie
"nie wieder in der zweiten Liga" dabei sein wollte, wurde zum Orkan. Zwei
Stunden später zeigte sich VFB-Manager Dieter Hoeneß tief beeindruckt.
"Das war eine tolle Atmosphäre, so macht Fußball einfach Spaß."
Die Stuttgarter mit ihrem Trainer Christoph Daum waren als
Favoriten angetreten. Die Schwaben träumten zu Saisonbeginn von hohen
Zielen, ein UEFA-Cup Platz sollte es zumindest sein, von der deutschen
Meisterschaft wurde auch gesprochen. Heute weiß man, das sie recht
behielten. Aber als die 90 Minuten vorbei waren, herrschte bei ihnen
Enttäuschung vor. Der Duisburger Neuling hatte den Schwaben-"Express"
gestoppt, hatte mit 1:0 im Premierespiel der 29. Bundesligasaison den
ersten Sieg unter Dach und Fach gebracht und mit Michael Tönnies (s. Foto unten) den ersten Torschützen des
neuen Meisterschaftsjahres gestellt.
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Zur Bestürzung der Stuttgarter hatte Schiedsrichter Wiesel in der
29. Minute, es war genau 20:01 Uhr an diesem 2. August, nach einem Foul
des VFB-Weltmeisters Guido Buchwald an Michael Tönnies auf den
Elfmeterpunkt gezeigt. Da half alles Lamentieren der Schwaben nichts, der
Mann aus Ottbergen ließ sich naturgemäß nicht umstimmen. Der Torjäger vom
Dienst aus der Zweitliga-Saison nahm Maß, schickte Torhüter Eike Immel in
die falsche Ecke und den Ball ins gegnerische Netz. Ein Jubelsturm blies
durch das Stadion.
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Alle Anstrengungen der Gäste
vom Neckar fruchteten später nicht mehr. Die neu formierte MSV-Abwehr mit
dem in der zweiten Halbzeit überragenden Torhüter Heribert Macherey, mit
dem glänzend disponierten Libero Patrick Notthoff, dem erstaunlich
selbstsicheren Alfred Nijhuis und dem sachlich spielenden Andreas Gielchen, ließ nichts mehr anbrennen. Der Ex-Schöppinger Nijhuis erwies
sich ebenso wie der frühere Kölner Gielchen als Volltreffer, beide wurden
im Verbund mit Notthoff und Macherey zu einem Defensivbollwerk, ab dem
sich Fritz Walter und Co. die Zähne ausbissen.
Und im Mittelfeld
rackerten die Oldtimer Ewald Lienen und Lothar Woelk, der einen Tag später
den 37. Geburtstag feierte und somit das gleich Alter erreichte wie
Lienen, der als ältester Bundesligaspieler in die Saison ging. Einer
freilich überragte alle: Franz-Joseph Steiniger, der vor neun Jahren mit
dem MSV aus der Bundesliga abgestiegen war, bis dahin 44 Erstligaspiele
für den Verein bestritten hatte, erlebte eine erfolgreiche Auferstehung.
Steiniger vorne, Steiniger hinten - "Pino" war überall. Aber insgesamt
galt: Das Team als Einheit hatte eine großartige kämpferische Leistung
geboten. Das sah sogar der unterlegene Christoph Daum so: "Toll, wie die
Duisburger Mannschaft gefightet hat." Als Schiedsrichter Wiesel das erste
Bundesligaspiel der neuen Saison abpfiff, herrschte unbeschreiblicher
Jubel. Die ersten beiden Punkte und die Leistung der Mannschaft sorgten
für allgemeine Zufriedenheit. Und die MSV-Spieler begaben sich auf die
erste Bundesliga-Ehrenrunde.
Was jedoch wie fast unausweichlich
folgen mußte . . . Der MSV stieg am Ende der Saison gleich wieder ab in
die 2. Bundesliga. Das alternde MSV-Team erreichte am Ende der Saison
1991/92 mit 30:46 Punkten und obwohl durch den Zusammenschlusses
beider deutschen Staaten die Bundesliga auf 20 Vereine aufgestockt wurde,
konnte der MSV mit Platz 19 die Klasse nicht halten.
In der
darauffolgenden Saison 1992/93 erlangte der MSV einen
hervorragenden 2. Tabellenplatz in der 2. Bundesliga und stieg mit Trainer
Reiners erneut in die 1. Bundesliga auf. Neben dem MSV schaffte erstmals
der SC Freiburg und der VFB Leipzig den
Aufstieg in die
Erstklassigkeit. Reinders verließ den MSV, Ewald Lienen übernahm den
Cheftrainerposten beim MSV. Am Ende der Saison 1993/94 erlangte der
MSV unter Ewald Lienen den 9. Tabellenplatz der 1. Bundesliga. Zu diesem
hervorragendem Tabellenplatz trugen unter anderem die auf Anraten von
Lienen neu verpflichteten Spieler Peter Közle und Uwe Weidemann bei.
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