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Die Anfänge des Fußballspiels an
Rhein und Ruhr gehen auf englische Kaufleute und Händler zurück, die im
Zuge der Industrialisierung nicht nur ihr Wissen über Verhüttungstechniken
und neue Verfahren zur Verbesserung der Stahlproduktion mitbrachten,
sondern auch ihre Lebens- und Alltagskultur. Aber auch deutschen
Kaufleuten, den aufstrebenden Industriellen und Schullehrern waren bei
ihren Reisen ins Mutterland der "großen Industrie" das Treten des Balles
mit dem Fuß nicht verborgen geblieben. So waren es denn auch zunächst
Schulmänner, die Herren Hermann und Koch, die als erste in Deutschland das
Fußballspiel ihren Gymnasiasten in den 1870er Jahren in Braunschweig
beibrachten.
Mit der allgemeinen Förderung der Bewegungsspiele im
Freien sorgte bereits 1882 der preußische Kultusminister von Goßler dafür,
dass das Fußballspiel als neues Schulspiel Erwähnung fand. Dieser
sogenannte "Spielerlass" wurde in der Rheinprovinz besonders nachhaltig
umgesetzt. Zwischen 1883/84 und 1889/90 wurde an sechs von vierzig
Gymnasien und höheren Realanstalten das Fußballspiel eingeführt. Dazu
gehörten z.B. die Realgymnasien in Elberfeld und Ruhrort.
Allerdings wurde bis Anfang der 1890er Jahre der "Fußball mit
Aufnehmen des Balles" gespielt, also nach den Regeln des Rugby Public
School. Erst danach setzte sich die zivilisierte Spielweise des
"Assoziation Football" durch, wo es nur noch einem Malwärter als Hüter
seines Tores erlaubt wurde, den Ball in seiner Zone mit der Hand
aufzunehmen und zu spielen. Bis 1899/1900 führten weitere achtzehn höhere
Schulen das Fußballspiel ein, darunter etwa die Gymnasien in Duisburg und
Kleve. Zur Zeit der Gründung des rheinischen Spielverbandes wurde also an
gut der Hälfte der höheren Schulen regelmäßig Fußball gespielt. Viele der
höheren Spiel- und Rasensportvereine wurden von Schülern höherer
Lehranstalten selbst gegründet, was auch erklärt, daß nach Abgang der
einen oder anderen Schulklasse viele dieser Schülerspielvereine wieder
eingingen und ihren Spielbetrieb einstellten.
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