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Er setzt seine Meinung durch und
präsentiert mit dem ehemaligen Ungarn, Gyula Lorant, (s. Foto oben) einen Trainer, der die Meidericher wieder in
die deutsche Spitze führen soll. Die Verpflichtung trägt dubiose Züge und
wird zum Ausgangspunkt. Gerüchte um Lorants bereits vollzogene
Vertragsunterschrift werden vom Vorstand dementiert. Die Presse
spekuliert. Das zieht sich über Wochen hin. Auf der Hauptversammlung
erklärt Vorsitzender Wilhelm Tiefenbach auf bohrende Fragen von
Mitgliedern: " Im Interesse des Meidericher Spielvereins kann ich zu
dieser Frage derzeit keine Stellung beziehen." Die Versammlung geht
mißmutig auseinander. Bereits einen Tag später präsentiert eine Duisburger
Zeitung der erstauten Öffentlichkeit die Wahrheit: Lorant hat
unterschrieben. Das Blatt weiß sogar von Einzelheiten zu berichten.
MSV-Justitar Arnold Jaeger ist unglücklich über diese Entwicklung. Man
hatte dem neuen Mann, der noch am Betzenberg beim 1. FC Kaiserslautern
tätig ist, absolutes Stillschweigen vereinbart. Die Suche nach der
undichten Stelle verläuft ergebnislos.
Der "Fall Lorant" erzeugte
Spannungan zwischen Vorstand und Verwaltungsrat, aber auch für Unruhe
unter den Mitgliedern. Eine Opposition unter Führung des Rechtsanwalts
Hans-Dieter Köppen formiert sich. Die erhitzen Gemüter stehen sich
monatelang unversöhnlich gegenüber. Alte Freundschaften zerbrechen. Es
geht um Kompetenzen von Vorstand, später Präsidium genannt und
Verwaltungsrat. Sogar ein ordentliches Gericht wird bemüht. Das Fazit der
Queleren trägt immerhin positive Züge: Eine gemeinsame Kommission von
"Etablierten Und Oppositionellen" erarbeitet eine neue satzung, die den
Realitäten des Bundesliga-Alltags weitgehend Rechnung trägt. Damit sind
auch die Emotionen endgültig abgekühlt,die sich an der von Rat und
Verwaltung der Stadt gewünschten Aufnahme des Namens Duisburg in der
Vereins-Bezeichnung entzündet hatten. Die alten Meidericher bekennen sich,
wenn auch schwerens Herzens, unter der Flagge des Fußballs zu Duisburg.
Ein durchaus historisch zu nennendes Opfer. Sie haben immerhin die
Genugtuung, dass das MSV vor Duisburg lediglich als Kürzel für den alten
Verein und registergerichtlich noch gültigen Meidericher Spielverein von
1902 steht.
Trainer Gyula Lorant stieg im übrigen vorzeitig aus
seinem Vertrag aus, die Saison 1967/68 wurde mit einem positiven
Punktekonto vom 36:32 auf Rang sieben beendet. Sein Nachfolger wurde
Robert "Zapf Gebhardt, der Ende April 1968 seine Unterschrift leistete.
Der Franke trat beim MSV kein leichtes Amt an. Nach den Transfers von
Werner Krämer und Karl-Heinz Rühl erlitt der Verein durch den Wechsel
Heinz van Haaren zum FC Schalke 04 einen weiteren herben Rückschlag. Mit
dem schwarzhaarigen Spielgestalter ging der gr0ße Regisseur von Bord, und
er hinterließ eine riesiege Lücke. Platz zwölf war die sportliche Bilanz.
Ein Jahr später, vor der Saison 1969/70 argwöhnte der
kantige Franke Gebhardt, ein Mann mit rauher Schale, aber weichem Kern:
"Das wird ein ganz schweres Meisterschaftsjahr für uns." Er verlor auch
noch Nationalspieler Manfred Manglitz, dessen Strafraumkünste allenthalben
gelobt wurden, an den 1. FC Köln und musste zudem auf den Dribbler Horst
"Pille" Gecks verzichten, der sich in Richtung Offenbach veränderte. Das
böse Abstiegsgespenst tauchte über der Wedau auf, aber es wurde durch
einen knappen Erfolg im Heimspiel über den TSV München 1860, der
seinerseits in den sauren Apfel des Abstiegs beißen musste, gerade noch
einmal verscheucht. Der 14. Tabellenplatz verhieß die Rettung für den MSV.
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