1967-1970 |
1971 - 1974 |
1975-1978  |
Saison 1970/71
|
|
In der Saison 73/74 musste
der Verein eine schlimme Krise durchmachen, die schlimmste bis zu diesem
Zeitpunkt. Nach sportlichen Misserfolgen, auch ausgelöst durch eine lange
Kette von Verletzungen, gab es während des Spiels gegen die Kölner
Fortunen den Höhepunkt der Kritik gegen den glücklosen Trainer, der sich
auch mit einigen Spielern überworfen hatte. Die Fans forderten: "Faßnacht
raus !" Die Niederlage im Wedaustadion, die die Abstiegsgefahr nur noch
vergrößerte, und die Stimmung gegen ihn veranlassten den wortgewaltigen
Coach, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Vom namenlosen SC Villingen war
er zur Westender Straße gekommen und nach dreieinhalb Jahren verließ er
sie mit tiefer Enttäuschung.
|
Als Feuerwehrmann gegen den drohenden Abstieg verpflichtete das
MSV-Präsidium mit Wilhelm Tiefenbach und Heinz Neuhaus den jungen Trainer
Willibert Kremer (s. rechts), der sich
als langjähriger Spieler Verdienste erworben und mit der A-Jugend
sportliche Erfolge bis hin zur deutschen Meisterschaft errungen hatte.
Drei Jahre lang war Kremer Faßnachts Assistent gewesen, und als der
Cheftrainer die Brocken hingeworfen hatte, schlug für den früheren
Dauerläufer im Meidericher Team die erste große Stunde der Bewährung, der
später viele weitere folgten.
|
|
|
Nach wechselhaftem
Saisonverlauf wurde durch Rudi Seligers Tor im Gelsenkirchener Parkstadion
zum überaus wichtigen 1:0 Sieg über Schalke 04 der Klassenerhalt schon
einen Spieltag vor Schluss der Meisterschaft errungen. Rang 15 vor dem
Wuppertaler SV, Fortuna Köln und Hannover 96 bewahrte für ein weiteres
Jahr die Duisburger Bundesligazugehörigkeit.
Im 13. Jahr in der
Eliteliga gab es wieder einmal MSV-Schlagzeilen, und wieder ging es um
den Trainer. Eine gute Siegesserie von neun ungeschlagenen Spielen wurde
mit unerklärlichen Misserfolgen ausradiert, und die Hoffnungen auf eine
erneute UEFA-Cup Teilnahme, ein Jahr zuvor durch das Erreichen des
Pokalendspiels in Hannover gegen Eintracht Frankfurt erreicht, zerplatzten
wie eine Seifenblase.
|
Willibert Kremers Vertrag lief am 30. Juni '76 aus, und Präsident
Paul Märzheuser (s. rechts) gelang es im
Präsidium nicht, eine klare Mehrheit für oder gegen den Trainer zu
erzielen. Willibert Kremer reagierte im Zorn - und kündigte. Sein
Assistent Rolf Schafstall führte die Meidericher Mannschaft in den
restlichen Saisonspielen am Ende sicher durch die Abstiegsgefahr ans
rettende Ufer des zehnten Tabellenplatzes.
|
|
|
Dieser Verdienst war freilich
für Schafstall (noch) nicht der Freibrief, in die Rolle des Cheftrainers
zu schlüpfen. Das Präsidium suchte nach einem namhaften Coach, und als
Paul Märzheuser, Heinz Neuhaus und Wolfram Weber in der katalanischen
Metropole Barcelona um die Gunst des großen Hannes Weisweiler buhlten,
vernahm es dir breite Öffentlichkeit mit Erstaunen. Denn der MSV war
längst mit dem keinesfalls schmeichelhaften Image einer "grauen Maus"
behaftet, und das dieser Verein ausgerechnet Weisweiler verpflichten
wollte, musste verblüffen. Weisweiler vernahm die Duisburger Offerte, wie
er sagte, "mit Interesse", entschied sich aber für den 1. FC Köln.
Die Präsidiumswahl fiel schließlich auf Otto Knefler, der zuvor
bei Borussia Dortmund vorzeitig ausgeschieden war, sich finanziell mit dem
Westfalen arrangiert hatte und so zur freien Verfügung stand. Vor seinem
Engagement beim MSV hatte der als preußisch korrekt geltende Trainer in
Kaiserslautern, Braunschweig, Düsseldorf und Dortmund gute Arbeit
geleistet.
|
Otto Knefler (s. rechts) und seine
Mannschaft mit Kapitän Detlef Pirsig, dem österreichischen Regisseur Kurt
Jara und Ronald Worm als Torjäger legte einen Saisonstart hin, wie er
besser und erfolgreicher nicht sein konnte. 1:1 am Mönchengladbacher
Böckelberg beim deutschen Meister und grandioser 5:2-Sieg über Bayern
München - wer hätte das gedacht ? Kneflers Problem bestand darin das
neu gewonnene Selbstvertrauen zu schüren und aus den Kickerköpfen das
gewohnte Mittelmaß zu vertreiben.
|
|
|
|
|
| |