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DFB-Pokal
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Pokaltradition fand ihre gute Fortsetzung
Pokalerfolg, wann kommt endlich mal der Pott ?
Als der MSV
1989 wieder zweitklassig
geworden war, knüpfte die Duisburger Mannschaft sogleich
an frühere Pokalerfolge an. Im ersten Jahr der
Zweitligazugehörigkeit schaffte das von Willibert Kremer
sportlich geführte Team den Sprung ins Viertelfinale und
machte sich am 13. März '90 daran, den Weg unter die
letzten vier Teams zu schaffen. Und nach dem 1:1-Unentschieden
nach Verlängerung am Bieberer Berg bei dem braven Hessen-Oberligisten
von Kickers Offenbach stand beim dadurch fällig
gewordenen Wiederholungsspiel im Wedaustadion die Tür
dazu weit offen. Aber 25.000 Zuschauer kamen aus dem
Entsetzen nicht heraus, nachdem Der Kickerspieler Haub
das Offenbacher Führungstor erzielte - dabei blieb es.
Der sportliche Teil der Geschichte wurde durch das Pokalreglement geschrieben - der K.o. war krasser Art.
Und die bereits in Schubladen unterschriftsreif liegenden
Werbeverträge für das ins Kalkül gezogene Halbfinale,
das mit einem Live-Fernsehauftritt einhergegangen wäre,
konnten zerrissen werden.
Dabei hatte es die Kremer-Mannschaft schon auf dem
Bieberer Berg in der Hand, für klare Verhältnisse zu
sorgen. Nach Uwe Kobers Führungstor bot sich tief in der
zweiten Halbzeit Goalgetter Michael Tönnies die
Gelegenheit zum zweiten Duisburger Treffer. Sein Schuß
trudelte gegen den Pfosten des Offenbacher Tores und
sprang von dort ins Feld zurück. 60 Sekunden vor dem
Abpfiff schaffte der Kickerstürmer Kroninger in der
Saison darauf ohne durchschlagenden Erfolg zum FC Schalke
04 gewechselt, per Kopfball noch den vielumjubelten
Ausgleich, der aus MSV - Sicht so unnötig war wie ein
Kropf.
Schon in der ersten Runde dieses Wettbewerbs hatte die
Mannschaft für eine Sensation gesorgt. Der "große"
Hamburger SV tat den Zweitligisten aus der Wedau als lästigen
Pokalgegner ab, verließ für das Match sein
Volksparkstadion und glaubte, am traditionsreichen
Rothenbaum die Hürde mit "links" überspringen
zu können. Aber die Duisburger erwiesen sich auf die
Sekunde als topfit. Von Kapitän Patrick Notthoff, der
sich auf der Busfahrt zum Stadion mit heißem Kaffee
verbrühte, aber tapfer durchhielt, bis hin zum
zweifachen Torschützen Ferenc Schmidt - der MSV bot in
der Gesamtheit eine klasse Leistung und siegte 4:2. Dabei
hätte der HSV eigentlich gewarnt sein müssen. In der
letzten Duisburger Oberligasaison brachte das Los den MSV
und die Hanseaten auch zusammen. Vor 20.000 Zuschauern im
Wedaustadion entwickelte sich ein Pokal-"Krimi",
den die Hamburger erst Nach Verlängerung mit 5:3 für
sich entscheiden konnten.
In der Saison des Aufstiegs zurück in die Bundesliga
schlug eine weitere große Stunde des Duisburger
Pokalerfolges. Der MSV stieß ins Halbfinale vor.
Ausschlaggebend dafür war in der Runde zuvor eine "Sternstunde"
in der Krefelder Grotenburg-Kampfbahn. Unter den 20.000
Zuschauern befanden sich 16.000 Duisburger Fans, die in
die Nachbarstadt gekommen waren und die folgenden 90
Minuten zu einem Heimspiel für den MSV machten. Es
herrschte eine einmalige Atmosphäre, und einmalig war
auch die Leistung des Kremer-Teams, das mit 4:1 gewann
und sich für die Vorschlußrunde qualifizierte. Michael Tönnies sorgte mit seinem Treffer zum 1:0 für eine
solide Grundlage, und Ewald Lienen war es, der den Schlußpunkt
setzte.
So erwartete der MSV am 23. April '91 im Wedaustadion den
1.FC Köln. Wenige Stunden nach dem Beginn des
Vorverkaufs war die Tribüne des Stadions bis auf den
letzten Platz ausverkauft. Die Fans, die kein Ticket
ergattern konnten, durften sich trösten - und sich vor
den Fernseher setzen. Das Spiel wurde live im ZDF von
Reporter Rolf Töpperwien übertragen, und es entwickelte
sich zu einem wahren Knüller. Nach 90 Minuten hatte sich
der MSV trotz optischer und spielerischer Überlegenheit
immer noch nicht durchsetzen können. Michael Tönnies
und Ferenc Schmidt, die beiden Stürmer von Format mußten
ersetzt werden, sie waren verletzt. Aber das fiel,
gemessen am Spielverlauf, nicht einmal negativ ins
Gewicht. Der Pole Voitek Kaluzny rückte als Nobody in
den Angriff auf und wirbelte zusammen mit Michael Struckmann, der notgedrungen "seine" Position
als Manndecker aufgeben mußte, die Kölner Abwehr gehörig
durcheinander.
31.000 Zuschauer im Stadion und Millionen Fußballfreunde
an den Bildschirmen trauten ihren Augen nicht, als der
mehr als wackere Duisburger Zweitligist sogar in der Verlängerung
dominierte und die "großen" Kölner am Rande
der Niederlage hatte. Von Nationalspieler Pierre
Littbarski war nichts zu sehen, dafür glänzte
beispielsweise der Ex-Münsteraner Dirk Bremser mit einer tollen Leistung. Das erlösende Tor
und der Sprung ins Finale nach Berlin wollten jedoch
nicht gelingen.
Das Halbfinale ging in den zweiten Akt. Im Müngersdorfer
Stadion standen sich beim
Wiederholungsspiel beide Mannschaften erneut gegenüber.
Und diesmal, wenn auch mit einer Portion Glück, setzte
sich der 1.FC Köln durch. Das vom Ergebnis her klar
anmutende 3:0 freilich war keineswegs gerechter Ausdruck
für eine abermals starke Leistung des MSV, der dem
Gegner sogar nach einem 0:2 Rückstand noch mächtig
zusetzte. Das Spiel machte im übrigen negative
Schlagzeilen. Kölns Stürmer Frank Ordenewitz (Trainer
Ruthemöllers berühmter Satz:" dann mach et Ozze
.." ) provozierte einen Platzverweis, um für das
Endspiel in Berlin spielberechtigt zu sein. Zuvor hatte
er Duisburgs Oldtimer Lothar Woelk, daß
schon nach 25 Minuten eine rote Karte gerechtfertigt
gewesen wäre. Schiedsrichter Merk aus Kaiserslautern,
ein Zahnarzt, hatte aber nichts gesehen und sein
Linienrichter hatte nicht den Mut, das schlimme Foul
anzuzeigen. Das Finale, der große Traum der Duisburger
Spieler, war knapp verpaßt worden.
1966 hatte der MSV zum erstenmal ein Pokalendspiel
erreicht. Unter der verantwortlichen Regie des Trainers
Hermann Eppenhoff gab es eine 2:4 Niederlage gegen die Münchner
Bayern vor 60.000 Zuschauern im Frankfurter Waldstadion.
Im jugendlichen Alter kickte auf Seite der Bajuwaren die
Mittelachse mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller.
Rüdiger Mielke, ein seinerzeit hoffnungsvolles Talent,
schoß die Duisburger mit einem tollen Tor in Führung,
durch Ohlhauser und Brenninger glich der FC Bayern nicht
nur aus, sondern ging in Führung. Heidemanns Treffer vom
Elfmeterpunkt aus, sorgte für neue MSV-Hoffnung, ein
Strafstoß der Münchner von Brenninger verwandelt,
brachte die wieder in Vorteil, den Beckenbauer zum 4:2
stabilisierte. Der MSV spielte mit Manglitz, Sabath, Lotz, Müller, Bella, Rühl , Krämer,
Mielke, van Haaren, Gecks. Das war der Weg ins Finale:
Der VFB Stuttgart wurde 2:0 bezwungen, Schalke 04 erlebte
bei der 0:6-Niederlage ein Debakel, dann folgte ein
knappes 1:0 über den Karlsruher SC, im Halbfinale gaben
die Meidericher dem 1.FC Kaiserslautern mit 4:3 das
Nachsehen.
Fast zehn Jahre später, 1975 erlebte der MSV wieder eine
Pokalsaison voller Höhepunkte. Willibert Kremer führte
das Team ins Finale, das am 21. Juni im
Niedersachsenstadion zu Hannover gegen Eintracht
Frankfurt stattfand.
In der ersten Runde hatte sich der MSV mit 3:1 beim
Amateurligisten Blumenthaler SV durchgesetzt, dann folgte
die 3:2 Überraschung im Münchner Olympiastadion gegen
den gastgebenden FC Bayern mit einem damals überragenden
Werner Schneider als treibender Kraft. Die nächste
Etappe hieß Altona 93, die mit 7:0 abgeschlossen wurde,
im Bremer Weserstadion gegen den SV Werder gab es einen 2:0
Sieg im Viertelfinale. Schließlich unterlag dir
Dortmunder Borussia im Semifinale im Wedaustadion mit 1:2
nach Verlängerung. Das Hotel in Hannover, dem
Endspielort, konnte gebucht werden.
Und es wurde zu einem Fußball-"Krimi", der bei
Blitz, Donner und Regen entschieden wurde. Ein Gewitter
entlud sich über dem Stadion der niedersächsischen
Metropole, und just zu diesem Zeitpunkt erzielte Karl-
Heinz Körbel das entscheidende Tor zum 1:0 Sieg seiner
Eintracht gegen Dietmar Linders im MSV-Tor.
Beste Konterchancen der Duisburger verpufften, und bei
Bernd Lehmanns Kopfball gegen den Pfosten war Pech im
Spiel.
Der nächste große Pokalerfolg wurde erst wieder 1998
erreicht.
Nach 23 Jahren Wartezeit hatten es unsere Zebras endlich
wieder geschafft das Pokalfinale zu erreichen. Nach
Siegen über RW Essen, VFL Bochum, Eintracht Frankfurt,
Jena und Trier war es vollbracht. Schon das Halbfinale
war von unglaublicher Euphorie umgeben. 5000 MSV-Fans
pilgerten nach Trier und das Spiel hielt was es versprach.
Vor 16.000 Zuschauern im ausverkauften Moselstadion
endete das Spiel mit 10:11 nach Elfmeterschießen. Nach
diesem nervenaufreibenden Spiel wurde gefeiert. Der MSV
hatte schon mit dem Finaleinzug geplant und verteilte
"Berlin"-T-Shirts sowie Reiseangebote. Am nächsten
Tag bildeten sich riesige Schlangen von Fans,die Karten fürs
Finale ergattern wollten und Reportern, die den MSV lieb
gewonnen hatten. Das Kartenkontingent von 17.500 war
schnell vergriffen. Am 16.Mai 1998 sollte
ganz Berlin in weißen und blauen Farben schimmern. Schon vor dem Spiel der Herren im mit 76.000 Zuschauern
ausverkauften Olympiastadion holte eine Duisburger
Mannschaft den Pott in den Pott. Und zwar die Frauen vom
FCR Duisburg, die den FSV Frankfurt unter Beifall der MSV-Fans
6:2 putzten. Als dann die Mannschaften des MSV's und
Bayern München's das Feld betraten und die deutsche
Nationalhymne erklang, lief so manchem der 22.500 MSV-Fans
im Stadion und der 20.000 am König-Heinrich-Platz in
Duisburg, wo eine riesige Leinwand errichtet worden war
der Schauer dem Rücken herunter. So etwas hatte es lang
nicht gegeben und wer weiß schon wann es so etwas wieder
geben wird. In 50 Länder der Erde wurde das Spiel
teilweise Live übertragen. Die Zuschauer bekamen einen MSV zu sehen , der in der ersten Hälfte klar überragte und
durch Salou
in Führung ging und der in der
zweiten Hälfte zumindest ebenbürtig mit den Bayern war.
Doch auch im dritten Pokalfinale der Vereinsgeschichte
sollte es keinen Pokalsieg geben. 2:1 siegten die Münchener
doch noch nachdem der MSV sehr unglücklich spielte und
Tarnat mit einer rotverdächtigen Blutgrätsche Salou vom
Feld foulte. Doch durch den Einzug ins internationale
Geschäft und dem Sieg der Duisburger Frauen
bedingt, zogen die MSV-Fans glücklich ab.
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