24. Mai 1997, im letzten Heimspiel
der Saison 1996/97 besiegen die Zebras Borussia Mönchengladbach
mit 4 : 2. Die Abschlussfete im Anschluß ans Spiel wird
gleichzeitig zur Abschiedsfeier für eines unserer
beliebtesten Zebras: ALFRED NIJHUIS. "Alfred, Du
darfst nicht gehen!" schallt es wiederholt durch das
weite Rund des Wedaustadions, aber bald danach wurde es
zur Gewissheit: Alfred wechselte für gutes Geld? (hier
sind doch sicherlich Fragen erlaubt, wenn Alfred ein
halbes Jahr später für die doppelte Ablösesumme dem 1.
FC Köln angeboten wurde!) nach Japan zu Urawa Red
Diamonds. Alfreds
Trikot mit der Nr. 5 trägt heute Thomasz Hajto, für
mich die beste Neuerwerbung unserer Zebras in der
laufenden Saison. Aber ohne Thomasz zu nahe treten zu
wollen, so richtig kann er Alfred natürlich nicht
ersetzen. Und ich will auch gar nicht Spieler vergleichen,
nur mit Alfred haben wir eine absolute Persönlichkeit
auf und abseits des Spielfeldes verloren. Alf war immer
einer, der sehr selbstkritisch seine eigenen Leistungen
beurteilte, der aber auch als Führungsspieler die
Mannschaft wachrüttelte und nach vorne trieb (als
Beispiel sei hier die 2 : 5 Niederlage bei Bayern München
am 1. März 1997 erwähnt, Alfred gestaltete das Ergebnis
nach 0 : 5 Rückstand durch 2 Tore wenigstens erträglicher).
Nachfolgend möchte
ich Kurzportrait wiedergeben, das mir freundlicherweise
vom Archiv der Rheinischen Post zur Verfügung gestellt
wurde. Bernd Bemmann stellte Alfred am 06.08.1991 vor,
direkt nach seinem Wechsel in die Bundesliga zum MSV.
Bernard Dietz, der
alte Kämpe, hat "seinem" MSV, in dem er groß
geworden und zum Kapitän der Nationalmannschaft
aufgestiegen war, noch einmal einen großen Dienst
erwiesen. Er gab dem einstigen Team-Kollegen Willibert
Kremer uneigennützig den wertvollen Tip: "Ich habe
da in meiner Mannschaft einen Abwehrspieler, der in der
Bundesliga bestehen kann. " Der kantige Westfale ist
Trainer des Amateur-Oberligisten ASC Schöppingen, in
dessen Team ein 1,90 Meter großer Abwehrrecke beständig
gute Leistungen bot: Alfred Nijhuis heißt er, und
letzten Samstag feierte der 25-jährige Holländer sein
Erstliga-Debüt.
50.000 Mark überwies
der Klassenneuling aus Duisburg auf das schmale Konto der
Schöppinger, und Präsident Dieter Fischdick meinte nach
dem Premierespiel gegen den VfB Stuttgart mit einem
Anflug von schlechtem Gewissen: "Wir müssen
unbedingt noch einen Termin für ein Freundschaftsspiel
in Schöppingen finden." Die Duisburger wollen sich
erkenntlich zeigen und kein Geld verlangen. Denn die
geringfügige Ablösesumme hat sich auf einen Schlag
schon amortisiert, Alfred Nijhuis ist nach den ersten 90
Bundesligaminuten bereits das Zehnfache "wert".
Nijhuis kann in etwa
mit seinem ehemaligen Trainer verglichen werden. Ähnlich
wie Bernard Dietz hat auch er keine Hemmungen, in Zweikämpfe
zu gehen. Der Lange langt ordentlich zu, lebt von
erstaunlicher Athletik, vor allem aber von ausgeprägter
Kopfballstärke. "Ich sehe der Zukunft mit einiger
Gelassenhait entgegen, denn bei hohen Bällen brauchen
wir jetzt keine Angst mehr zu haben", meinte
Willibert Krämer. Kapitän Patrick Notthoff ergänzte:
"Alfred ist ein Riesentyp, der hat vor nichts und
vor niemendem Furcht."
Lob von allen Seiten - das schien
dem neuen Recken des MSV schon etwas peinlich zu sein.
Auf die vielen Fragen der Medienvertreter - auch eine
neue Erkenntnis für den ehemaligen Oberligakicker -
antwortete er freundlich und mit Zurückhaltung. Was
haften blieb, war der eine Satz: "Das war für mich
ein guter Anfang, jetzt muß ich mich jede Woche neu
beweisen." Nijhuis will sich längst nicht mit dem
Erfolg des Augenblicks zufrieden geben. "In der
Bundesliga darf einem nicht der kleinste Fehler
unterlaufen, das wird sofort bestraft." Also will er
weiter lernen.
Und sein Trainer,
der Kölner Fachmann Willibert Kremer, hat längst
erkannt: "Der Junge ist genau richtig. Er arbeitet
schon im Training wie ein Besessener und will alles
richtig machen."
Genau diese
Einstellung hat Alfred sechs Jahre lang in seinen Spielen
für die Zebras gezeigt. Dies ist einer der Gründe,
warum er nach wie vor so ungeheuer beliebt bei uns Zebra-Fans
ist und warum er uns unvergessen bleiben wird.
Alfred, wenn Du
wieder zurück in Europa bist und ins heimatliche
Enschede zurückkehrst würde es für uns Lucky-Zebras
eine Riesenfreude sein, Dich als Ehrenmitglied in unseren
Reihen zu wissen. Am Besten, Du meldest Dich in unserem Gästebuch,
wenn Dein Blick auf diese Seite fallen sollte!!!
Letzter Update
dieser Seite: 24.03.1998 von Mike Härle und Klaus Reiwer
(Lucky-Zebras 97)
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