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Salou Bachirou Salou - 
Der Alleinunterhalter
im Zebrasturm

Was sich bereits im letzten Winter andeutete, ist nun Wirklichkeit geworden: Bachirou Salou hat den MSV Duisburg verlassen. Sollte sein Weg , ginge es nach seinem Berater Telek, der wohl eher der Sparte Menschenhändler denn Spielerberater zuzuordnen ist (aufpassen, Bachi!), zunächst Richtung Istanbul gehen, so wird er jetzt für den Reviernachbarn Borussia Dortmund auf Torejagd gehen. Leider fühlen sich jetzt einige sog. Fans des MSV bemüßigt, ob dieses Wechsels mit dem Finger auf Bachirou zu zeigen, ihn einen Verräter oder sonstiges zu schimpfen und ihm dies nach Möglichkeit noch mit "handschriftlichen" Argumenten zu verdeutlichen. Komischerweise waren diese wie alle Fans vor einigen Wochen noch von unserer #9 sehr sehr angetan. Ich bin nach wie vor von Bachi mehr als angetan und begeistert, wir sollten nicht vergessen: Bachi hat sehr viel für die Zebras geleistet und mitgeholfen, das allgemein vorherrschende Bild von den Zebras, nämlich das der grauen Maus, zurechtzurücken. Und da er sich wie alle Angestellten nicht den Gesetzen des Marktes entziehen kann und soll, spielt er jetzt für das 3 - 4-fache Gehalt für die Borussia, ein Vorgang, den jeder von uns, hätte er die Möglichkeiten dazu, ganz genauso nachvollziehen würde. Deswegen wird Bachi weder ein schlechterer Mensch noch ein Verräter, auch wir müssen lernen, mit solchen Vorgängen vernünftig umzugehen und sind allein durch die Ablösesumme in beträchtlicher (ich glaube, es ist die höchste Summe, die der MSV jemals erlöst hat) entschädigt worden. Wie Klaus so treffend dieser Tage bemerkte: von mir aus könnte dies alle 2 Jahre passieren. Die Aufgabe muß sein, mit dem erwirtschafteten Geld eine Alternative zu besorgen und eventuell noch Rücklagen zu bilden. .

Aber zurück zu Bachi: er war mein Lieblingszebra, im stolzen Alter von 40 Jahren entschloß ich mich, mir das Dress mit Numero 9 und seinem Namen zu erstehen, welches, mittlerweile handsigniert, eines meiner ganz wenigen Fanutensilien darstellt. Zum erstenmal erlebte ich Bachi auf dem Trainingsgelände an der Westender Strasse: der oft als bullig (ich neige eher zum Attribut athletisch) charakterisierte Mittelstürmer fiel mir nicht nur durch seine Kraft und Schnelligkeit auf. Nein: während seine Kollegen oft (insbesondere nach Niederlagen) eher verbissen und mit hängenden Köpfen ihrer Arbeit nachgingen, Bachi hatte immer ein Lächeln auf den Lippen und war stets mit aufrechter und zugegebenermaßen breiter Brust bei der Sache. Zusammen mit seinem besonderen Freund Joachim "Hoppi" Hopp (diese Freundschaft verwundert nicht, wenn man beide erlebt hat!) verwaltete er als sog. "Geldeintreiber" die Mannschaftskasse. Und ich erinnere mich oft daran, wie viele Eltern ihre Kinder ausgerechnet mit Bachi ablichten ließen (ich gebe es zu, ich bin stolz auf das gemeinsame Photo mit meinem Söhnchen Nicholas), liegt dies nicht auch an der besonderen Ausstrahlung, über die Bachi zweifellos verfügt? Andreas Krobock von Radio-Zebra hat den zweimaligen Vater als großes Kind bezeichnet, und da entdecke ich durchaus Gemeinsamkeiten mit mir. .

Diese Seite trägt den Untertitel: Alleinunterhalter im Zebrasturm. Dies bedarf natürlich einer gewissen Erklärung: Bachi spielte bei den Zebras 3 Rollen: er musste oft hinten aushelfen, trieb dann den Ball in seiner unnachahmlichen Art über die rechte Seite nach vorn, sah sich dort aber von mindestens 2 gegnerischen Abwehrspielern umringt. Oftmals gelang es ihm, diese Gegenspieler auszuspielen, ja manchmal sogar abzuschütteln und den krönenden Abschluss folgen zu lassen. Überspitzt formuliert ließe sich das Meidericher Angriffsspiel in der Ära Salou folgendermaßen beschreiben: Bachi gab sich selber die Vorlagen zum Torerfolg. Ich will damit nicht seine Mitspieler in ein schlechtes Licht rücken und auch Bachi hatte nicht immer seine besten Tage (in den letzten Monaten im Zebradress lieferte er aber oft Galavorstellungen). Aber als es im letzten Herbst über längere Zeit schlecht lief bei den Zebras, erinnere ich mich noch gut an den Aufruf über die MSV-Mailingliste: Klont Bachi neunmal, sonst sehe ich schwarz! So bleibt uns sein Traumtor im Berliner Pokalfinale als letztes für unsere Zebras in Erinnerung. Und als wir tags drauf die Mannschaft in Duisburg feierten, ertönten leider auch zum letzten Male die "Salouuuu, Salouuuuu"-Rufe durch die Duisburger Innenstadt..

Ich wünsche Bachi, und ich denke auch im Namen meiner Freunde der Lucky-Zebras '97 für die Zukunft in Dortmund alles Gute, viel Erfolg und tolle Spiele. Natürlich auch, wie man im Ruhrgebiet so treffend formuliert, jede Menge Buden, aber möglichst nicht gegen die alten Kollegen vom MSV. Bachi, bleib wie Du bist und mach weiter so, Du warst ein ganz großer Mittelstürmer unserer Zebras und als solchen werden wir Dich in Duisburg in Erinnerung behalten und auch Deinen Weg in Dortmund mit Interesse weiterverfolgen.
Letzter Update dieser Seite: 17.07.1998 von Mike Härle und Klaus Reiwer (Lucky-Zebras '97))

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