Seit September 1997 ist Giantaras Stauce Mitglied der
ersten Mannschaft der Zebras, aber er mußte lange warten,
bis er sich den Traum, in der Bundesliga spielen zu dürfen,
erfüllen konnte. Bis letztes Jahr im November stand er
im Schatten von Thomas Gill, nur einmal beim letzten
Saisonspiel 1997/98 durfte er in Berlin sein können
zeigen, nicht nur sein gehaltener Elfmeter war
mitverantwortlich für den damaligen Auswärtssieg. Aber
Gill war gesetzt und so bat Giantaras im Sommer um
Vertragsauflösung, er wollte einfach spielen, was ja
durchaus verständlich ist. Im Nachhinein können wir
froh sein, daß es nicht so gekommen ist. Mir gefiel der Litauer gleich, als er
ankam, trug er noch Irokesenschnitt, dieser Haarschnitt
ist heute einer "zivilisierten" Frisur gewichen.
Als ich in das erste Mal im Training sah, überzeugte er
mich durch Schnelligkeit und gute Reaktionen, aber wen
immer ich auch von Giantaras zu überzeugen versuchte,
wimmelte ab, Gill sei der klar bessere Torwart. Und weil
dem so war, bestand ja auch seitens FF kein Grund, die
Torwartbesetzung zu verändern, Torwarte und Linksaussen
sollen ja durch bestimmte Macken charakterisierbar sein,
sensibel sind sie allemal. Und Thomas Gill hielt
weiterhin gut, bekam gute Noten in den Sportzeitungen bis
sich in der Vorrunde die Patzer häuften. Ich selbst war
Zeuge seines letzten dieser Art im Dortmunder
Westfalenstadion und habe mich natürlich sehr erregt,
lauthals forderte ich den Torwartwechsel, der 3 tage später
vollzogen sein sollte.
14.11.1998, 15.30. Der MSV empfängt
zu Hause den Reviernachbarn VfL Bochum, für beide
Mannschaften ein emminent wichtiges Spiel, und als Bülent
Aksen die Aufstellung verlas, bekam ich Gewissheit:
unsere Nummer 25 hütete ab jetzt das Tor. Bülent bat um
Unterstützung, den trotz weniger Aufgaben, die Giantaras
zu erledigen hatte, war das verständliche Lampenfieber
in diesem wichtigen Spiel, die Erleichterung nach dem
Schlusspfiff war im deutlich anzumerken, als er seinen
Mitspieler Dietmar Hirsch umarmte. Bis zur Winterpause
erledigte seine Aufgaben recht ordentlich, konnte aber
das Verbleiben der Zebras in der abstiegsgefährdeten
Zone nicht verhindern. Trotzdem wich sein Rivale Thomas
Gill dem weiteren sportlichen Wettstreit aus und
wechselte in der Winterpause nach Kopenhagen.
So richtig in Fahrt kam Giantaras
erst nach der Winterpause, genauer gesagt nach der
blamablen Vorstellung gegen die übermächtigen Bayern
aus München, als wir alle den Abstieg vor Augen hatten.
Bereits im Auswärtsspiel bei 1860 München rettete er
mit glänzenden Paraden einen Punkt für die Zebras, gar
3 waren es jeweils in den Partien am Bökelberg und gegen
den SC Freiburg. Giantaras ist sicher mitverantwortlich,
daß sich die Zebras im März in das gesicherte
Mittelfeld absetzen konnten. Mit einem guten Torwart
reicht eben wie in den Vorjahren ein Tor der Zebras zum
Gewinn von mindestens einem Punkt und der Litauer ist,
wie man im Ruhrgebiet zu sagen pflegt, ein Guter!
Trotz dieser sehr
positiven persönlichen Entwicklung bleibt er auf dem
Teppich, er hat lange auf seine Chance gewartet und weiß
ganz genau, wie schnell der Erfolg von gestern der
Vergangenheit angehören kann. Wir wünschen ihm natürlich,
daß sein Aufstieg steil und vor allem von Dauer sein möge,
der am Heiligen Abend geborene Torwart wird uns dann in
den kommenden Jahren noch viel Freude bereiten, er ist ja
erst 29. Im Moment ist der schmale, ruhige und durchaus
sympathische Litauer mit dem leicht eingefallenen
markanten Gesicht zu einer festen Größe in unserer
Zebraherde geworden.
Letzter Update
dieser Seite: 31.03.1999 von Mike Härle und Klaus Reiwer
(Lucky-Zebras 97)
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