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Joachim Hopp - 
das vorerst letzte Duisburger Original in Reihen der Zebras


Auf Joachim Hopp wurden viele Begriffe verwendet, um diesen Menschen zu charakterisieren: Malocher, Ruhrgebietsoriginal, Kämpfernatur usw. Ich persönlich verbinde mit dem Namen Joachim Hopp Begriffe wie Gradlinigkeit, Willensstärke, Stil und nicht umsonst war er für viele Zebra-Fans ein Idol, das Trikot mit der Nummer 2 war sehr begehrt in Fankreisen. Dazu kamen seine unverwechselbaren Sprüche im typischen Ruhrgebietsdialekt, wenn ein MSV-Spieler in den Medien Beachtung fand, dann war es meistens Hoppi. So sagte er zu seiner persönlich unbefriedigenden Situation in der Saison 1998/98, in der er meistens von der Bank oder Tribüne, am Schluß sogar vor dem heimischen Fernseher die Spiele seiner Mannschaft verfolgen durfte:
 
"Ich muß aufpassen, daß ich vom vielen Sitzen
keine Pickel am Arsch bekomme."
 

Zum Fussballprofi ist Joachim Hopp als Seiteneinsteiger geworden, denn Hoppi hat richtig malocht, wie man im Ruhrgebiet zu sagen pflegt, als Wasserwerker auf der Hütte von Thyssen in Duisburg-Meiderich, dort wo sich heute das einzigartige Gelände des Landschaftspark-Nord befindet. Fussball spielte er zu jener Zeit beim VfvB Ruhrort-Lahr und schoß dort in einer Saison einmal 38 Tore. Normalerweise würde er noch heute dort spielen, folgte aber seinem damaligen Trainer Willibert Kremer zum MSV Duisburg und spielte dort zunächst bei den Amateuren, die Schicht rief in ja immer auf die Hütte. Überliefert ist das Ereignis, wie er zum Profi wurde: Willibert Kremer sah ihn, als er im Kraftraum 130 Kilo auf seinem Oberkörper stemmte und beschloß daraufhin: aus dem Jungen wird ein Manndecker! Und so geschah es dann auch, aber erst 1993 ließ Hoppi sich bei Thyssen beurlauben und unterschrieb seinen ersten Profivertrag. Hoppi dazu: "Ich habe gemerkt, daß der verein auf mich setzt. Dazu die Krise in der Stahlbranche. Da habe ich gesagt: Jetzt beiß ich mich durch!"

Und Joachim Hopp konnte genau beschreiben, worum es für den MSV Duisburg ging und auch heute noch geht, entweder gegen den Abstieg oder um den Aufstieg. Solche Zielsetzungen deckten sich idealerweise mit Hoppis Fähigkeiten, er ist sicherlich kein überragender Bundesligaspieler, aber er hat immer alles für den Verein gegeben, immer sich selbst überwunden, um an seinem Limit zu spielen. Ich denke gerade auch deshalb ist er heute noch in Duisburg so populär.

Leider bereitete ihm eben sein Verein einen Abschied, wie er, der mit seinem Freund und "Geldeintreiber" Bachirou Salou die Mannschaftskasse verwaltete und die Stimmung innerhalb der Mannschaft anzuheizen verstand wie kein anderer, ihn nicht verdient hatte. Aufgrund fehlenden spielerischen Potentials (so Trainer Friedhelm Funkel) fand er in der Saison 1997/98 keine Berücksichtigung mehr in der Stammaufstellung, was in ihm natürlich Frust aufkommen ließ. Er bat um vorzeiige Auflösung seines Vertrages in der Winterpause, was ihm wiederum der Tainer verwehrte (erst im Sommer durfte er dann zum reviernachbarn Rot Weiß Oberhausen wechseln). Entsprechend demotiviert ging er seiner Profitätigkeit nach, im Training gab er nach wie vor alles, ohne eine Chance, in der ersten Mannschaft spielen zu dürfen. Diese Resignation zeigte sich auch besonders in persönlichen Gesprächen mit dem House-Musik Fan und Macher und SLK-Fahrer, den er sich trotz "moralischer" Bedenken (Wir wissen ja, Hoppis Statements fingen immer an mit: "Duisburg hat ja 17% Arbeitslose....) nach Fälligkeit eines Sparvertrages kaufte (angeblich der erste, der in Duisburg ausgeliefert wurde). Joachim Hopp, der nach eigenen Angaben auf Etikette achtete (dies sah man besonders nach dem Training, für mich war er immer der bestangezogenste MSV-Spieler) war, wenn er mit den fans sprach, nur noch sehr kurz angebunden und aus seinen Worten klang immer wieder Frust und Resignation.
  Kein Wunder !!!  

Jetzt darf er wieder spielen, in Oberhausen also und er ist unter Alexander Ristic zu einer festen Größe im defensiven Mittelfeld geworden. Ich persönlich habe aber noch seinen Abschied am Tag nach dem Pokalfinale in Duisburg vor Augen, als er mit Tränen in den Augen den Zebra-Fans zurief: "Was wäre ich ohne Euch?" und in Anspielung an den neuen Kometen am deutschen Schlagerhimmel, Gildo Horn: "Piep, piep, piep, ich hab Euch alle lieb!".

Ja Hoppi, auch wir lieben Dich weiterhin, solche Typen wie Dich gibt's heutzutage wenn überhaupt noch, ganz ganz selten. Die Lücke, die Du in der zebraherde hinterlassen hast, ist groß! Aber Hoppi: wir wissen auch, daß Du Duisburg sehr verbunden bist und wünschen Dir auch unter König Alex viel Erfolg und schöne Erlebnisse auf dem Fussballfeld. Später sehen wir uns vielleicht Mal in Deinem Club, Du willst Dich ja nach dem Ende Deiner Fussballkarriere Deinem Hobby, der House-Musik widmen. Erstellt am 30.12.1998 von Mike Härle, Lucky-Zebras 97

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