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Eines der letzten unverwechselbaren Meidericher Originale,
um den uns viele Clubs beneiden!

Schneller als erwartet nahm die Stimme der Wedau mit mir Kontakt auf, denn am letzten Tag des Jahres 1998 erhielt ich Post von Günther Storck. Seinem lieben Brief lag dankenswerterweise die Kopie eines Zeitungsartikels bei, die ich den werten Lesern dieser Seite nicht vorenthalten möchte.
 
"Zebra-Sprecher ist auch mit 70 noch dabei"
Günter Stork ist die MSV-Stadionstimme
 

Seine Stimme kennt jeder, der in den letzten 29 Jahren das Wedau-Stadion bei einem Zebra-Heimspiel besucht hat. Doch viel mehr weiß kaum einer über Günter Stork, seines Zeichens Stadionsprecher an der Wedau. Und der 70-jährige ist darüber nicht einmal sehr traurig.

"Ich will mich ja nicht selbst in darstellen, ich möchte dem Verein helfen," gibt sich der gebürtige Hamborner, der heute im benachbarten Hünxe lebt, bescheiden. Dabei gilt Stork längst als ein alter Hase auf seinem Gebiet.

Nicht nur, daß er seit fast drei Jahrzehnten bei fast keinem Heimspiel in der MSV-Sprecherkabine gefehlt hat ("Ich lege meinen Urlaub immer so, daß ich höchstens ein Spiel pro Saison versäume"); vielmehr sammelte Stork zuvor bereits zehn Jahre lang Sprecher-Erfahrungen für Hamborn 07 im Thyssen-und Schwelgern-Stadion. Aber auch für die Düsseldorfer Fortuna oder Bayer Uerdingen hat Stork schon mal gesprochen - vertretungsweise, versteht sich.

Bekannt ist der MSV-Sprecher unter den Zebra-Fans vor allem für seine flotten Sprüche, mit denen er auch kleinen Randerscheinungen im Stadionrund bisweilen Unterhaltsames abzugewinnen weiß. So auch mit der Fundsachen-Durchsage: "Die Dame mit der Scheckkarten-Nummer ... möchte uns bitte ihre Schecks übergeben, die Karte haben wir schon..."

Nicht immer freilich sind Durchsagen dieser Art angesagt. Stork: " Das ist alles eine Frage der Situation. Wenn der MSV hinten liegt, kommen solche Sprüche nicht gut an." Und Kommentare zum Spiel gehen dem Sprecher, der sich nur um Dinge rund ums Spielfeld zu kümmern hat, schon gar nicht über die Lippen. "Da muß man aufpassen, vergrault vielleicht sogar den Schiedsrichter, der dann nur noch contra MSV pfeift. Etwas Psychologie ist da schon im Spiel," weiß Stork.

Nicht die Begeisterung fürs runde Leder brachte Günter Stork aber zu seinem Ehrenamt. Der Beginn der Sprecherkarriere liegt vielmehr weit zurück in dunklen Kriegszeiten, als der heute 70jährige als junger Soldat im fernen Russland so stark verwundet wurde, daß man ihn nach seiner Genesung zu einer anderen Kompanie ins griechische Saloniki brachte.

"Da fand ein bunter Abend statt und ich hatte das Glück, die verbindenden Worte zum Programm sprechen zu dürfen. Dabei wurde man auf mich aufmerksam und ich kam zum Soldatensender Saloniki." Das war für Stork der Beginn einer, wenn auch nur vorrübergehenden Moderatorentätigkeit, für die er bei "Radio-Belgrad", damals Stammsitz der "Soldatensendergruppe Süd-Ost", sogar eine richtige Ausbildung bekam.

Zurück im zivilen Leben moderierte Stork dann in Marxloh einen bunten Abend und wurde prompt als Sprecher für die Hamborner Löwen gewonnen. Beruflich aber wollte er seine Wortgewandtheit nie nutzen. "Da hatte ich's mehr mit der Werbung," gesteht der MSV-Sprecher, der sich an der hessischen Kunst- und Werbeakademie in Darmstadt zum Werbeberater ausbilden ließ.

Seither hat er von der edlen Konfitüre bis zur gesunden Reformhausmargarine schon zahlreiche Konsumgüter werbewirksam unters Volk gebracht. Übrigens: auch die Idee zu einem stadtbekannten "Teppichriesen" stammt aus seiner Feder, wie Stork nicht ohne stolz erzählt.

Und wie lange will der 70jährige seinen Platz in der Sprecherkabine noch behalten? Da mag er sich nicht so genau festlegen: "Ich mache meine Arbeit so lange, bis man einem Jüngeren die Chance gibt. Solange keiner da ist, mache ich weiter."
Letzter Update dieser Seite: 01.01.1999 von Mike Härle, Lucky-Zebras 97

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